ENNET

Fast 40% des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die Gebäudenutzung. Steigende Energiepreise machen es daher notwendig, die Möglichkeiten des energieeffizienten Bauens besser auszuschöpfen. Erfahrungswerte zeigen, dass bereits mit einem Zusatzaufwand von weniger als 10% der Baukosten bei Neubauten der Passivhausstandard erreicht werden kann, der mit einem Jahresheizwärmebedarf von 15 kWh/m²a um den Faktor 10 geringer ist als der Durchschnitt bei Wohngebäuden in Deutschland. Die entsprechenden Technologien und das notwendige Know-How sind seit Jahren vorhanden, allerdings lässt trotzdem der Durchbruch der Passivhaustechnologie auf sich warten.
Was sind die Ursachen für diese verzögerte Innovationsdiffusion?
Dieser Frage geht das FHM-Institut für den Mittelstand in Lippe in einem Forschungsprojekt nach. Das Projekt soll dazu beitragen, Marktbarrieren des energieeffizienten Bauens im Kreis Lippe zu erkennen und entsprechende Netzwerk- und Bildungsstrukturen aufzubauen. Hierdurch soll ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet und gleichzeitig eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands im Kreis Lippe erzielt werden.

Zielgruppen

Mittelständische Unternehmen und Unternehmensnetzwerke der Baubranche
sowie Zulieferbetriebe.

Projektträger

Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld gGmbH
Institut für den Mittelstand in Lippe (IML), Standort Lemgo
Projektleitung und Ansprechpartner: Prof. Dr. Christoph Brake (brake(at)fhm-iml.de)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Carola Eikermann, B. Eng. und B. FM, (eikermannn@fhm-iml.de)

Projektlaufzeit

August 2009 bis Juli 2011

Förderung

Die Förderung erfolgte durch das Land NRW aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE). Die Kofinanzierung erfolgt durch den Kreis Lippe und die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), Bielefeld.

EUROPÄISCHE UNION

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
Investition in unsere Zukunft

Projektidee

Der Kreis Lippe hat mit Kreistagsbeschluss im November 2008 den Passivhaus-Standard für öffentliche Gebäude verbindlich gemacht. Er folgt damit dem Beispiel der Stadt Frankfurt am Main, die ebenfalls für den Neubau und die Sanierung aller Gebäude im Zugriff der öffentlichen Hand den Passivhausstandard als verbindlich erklärt hat. Der Kreis Lippe ist damit der erste Landkreis in Deutschland, der diesen weitreichenden Schritt in Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz umsetzt.
Die Problematik stellt sich allerdings für einen mittelständisch geprägten Landkreis anders dar, als für eine Großstadt. Entsprechend muss die Implementationsstrategie auf andere Rahmenbedingungen Rücksicht
nehmen. Sie muss sowohl die Kompetenzbildung in den Unternehmen einbeziehen wie auch die Bewusstseinsbildung bei den heutigen und zukünftigen Bau-Entscheidern fördern. In diesem Sinne stellt das
energieeffiziente Bauen besondere Anforderungen an einen integrierten Bildungsansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette des energieeffizienten Bauens berücksichtigt.

Projektziele
Dieses Projekt soll die Entwicklung und den Aufbau nachhaltiger Netzwerk- und Bildungsstrukturen im Bereich des energieoptimierten Bauens nach dem Passivhauskonzept im Kreis Lippe unterstützen. Das Projekt soll durch eine Restriktionsanalyse und darauf aufbauende Marktstrategien und
Bildungskonzepte dazu beitragen, Marktbarrieren des energieeffizienten Bauens zu erkennen und vorhandene Stärken und Kompetenzen in diesem Bereich auszubauen. Im Kreis Lippe sollen exemplarisch entsprechende Implementationsstrategien für eine beschleunigte Technologiediffusion untersucht werden. Hierdurch soll ein Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz geleistet werden und gleichzeitig eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen in diesem
Marktsegment erzielt werden.