EXPERT.CIRCLE: Die Gehörlosengemeinschaft und ihre Gebärdensprache /- mit Bezug zur Sozialen Arbeit

Mit den Händen sprechen – das ist für Gehörlose ganz natürlich.

Doch was ist die Gebärdensprache und wie funktioniert diese? Wie unterhalten sich taube Menschen und wie sehen die Lebenswelten der Gehörlosengemeinschaften und -kulturen aus?

Die FHM Rostock veranstaltet dazu einen Online – EXPERT.CIRLE am 06.05.2021 von 16:00 - 17:30 Uhr.

Die Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache. Das bedeutet, dass man sie nicht hört, sondern sieht. Dabei werden Worte mit Händen gebildet. Vor allem der Gesichtsausdruck (die Mimik), die Bewegung der Münder (das Mundbild) und die Laute und Geräusche (Wortbild), die die Kommunikation der Gebärdensprache begleiten, sind relevant. Die Deutsche Gebärdensprache ist bereits über Jahrhunderte hinweg entstanden und seit 2002 als vollwertige Sprache anerkannt. Natürlich wird nicht nur in Deutschland gebärdet, denn auch im Rest der Welt gibt es viele Gehörlose, die sich so verständigen. Und ebenso, wie in der Lautsprache, ist jede Sprache divers.

Für gehörlose Menschen gilt die Gebärdensprache als Symbol ihrer Identität und ist bezüglich der Anerkennung und Selbstbestimmung ihrer Gemeinschaft als sprachlich-kulturelle Minderheit von großer Bedeutung. Kulturell betrachtet hat die Gebärdensprache in den letzten Jahren ein hohes Ansehen erlangen können und liegt im Trend. Doch die Anerkennung dessen, dass gehörlose Menschen ihre eigenständigen Kulturen darstellen, sowie ihre politische Aktualität, verbleiben jedoch aktuell außerhalb der gesellschaftlichen Sichtweise.

Die Bedeutung der Gebärdensprache in der Sozialen Arbeit hat dadurch einen hohen Stellenwert, denn die Anerkennung dieser Vielfalt steht im Fokus. Gesellschaftlich betrachtet bilden gehörlose Menschen eine Minderheit, im Vergleich zur hörenden Welt. Doch für die Soziale Arbeit schwächt dies nicht die Relevanz, sich für diese Menschen und ihre Lebenswelt einzusetzen. 

Die Ethik der Sozialen Arbeit stützt sich auf die Menschenrechte. Die Soziale Arbeit basiert auf der Achtung vor dem besonderen Wert und der Würde aller Menschen und den Rechten, die sich daraus ergeben. Sozialarbeiter*innen soll das Wohlergehen (körperlich, psychisch, emotional, spirituell) einer jeden Person wahren und verteidigen (DBSH 2015). Die Menschen der Gehörlosengemeinschaft zählen insofern dazu. Was können wir als Soziale demzufolge in Situationen tun, wo es zur Ausgrenzung gehörloser Menschen kommt, um diese entgegenzuwirken?

Referentin Helena Paul ist Sozialpädagogin und aktuell Masterstudentin an der FHM Rostock. Sie war viele Jahre in der Arbeit mit gehörlosen Menschen tätig und lernte die Deutsche Gebärdensprache vor bereits zehn Jahren bei der gehörlosen Dozentin Kathrin Ender. Diese ist Beauftragte für Gebärdensprache und Gehörlosenkultur im Institut für gelingende Kommunikation der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück. Gemeinsam werden die beiden Ihnen die Welt der Gehörlosenkultur und die der Gebärdensprache näherbringen, sowie von ihren Erfahrungen und Praxisbeispielen berichten.

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https://us02web.zoom.us/j/89814957839?pwd=WFg4WVpiQkxGalVLZWE2czNwQ1Azdz09

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