Lehrpraxisstelle

FHM Rostock / GeBEG

Lehrpraxisstelle: FHM Rostock / GeBEG freier Träger in der Kinder- und Jugendarbeit

Die Kooperation zwischen Hochschule und Praxis soll eine breite Expertise unterschiedlicher Akteure zusammenbringen, um sich mit den gesellschaftlichen Widersprüchen und Konflikten in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Existenzsicherung, Gesundheit, Bildung und Kultur auseinanderzusetzen. Dies bedeutet, in abgegrenzten geografischen oder thematischen Gebieten oder mit spezifischen Adressatengruppen zu arbeiten und auch gleichzeitig zu wissen, dass die Probleme in vielen Fällen weder dort entstehen noch ausschließlich dort zu lösen sind.

Die Lehrpraxisstelle in Kooperation mit der „GeBEG – Gesellschaft für Bildung, Erziehung und Gesundheit mbH“ bietet die Möglichkeit mit dem methodischen Ansatz der Gemeinwesenarbeit Veränderungen in übergreifenden System- und Politikbereichen zu verstehen, zu untersuchen und darauf aufbauend Handlungspraktiken zu entwickeln.

Was bedeutet Lehrpraxis genau?

  1. wissenschaftliche Fundierung
  2. Partizipation
  3. Interkulturelle Öffnung
  4. Methodenintegration
  5. Sozialraumorientierung

Welchen Vorteil hat die Lehrpraxisstelle für die Studierenden

In der Lehrpraxisstelle treffen sich unterschiedlichste Akteure aus der Praxis regelmäßig zu passenden Lehrveranstaltungen und bringen ihre Expertise ein. Zentral dabei ist der Theorie-Praxis-Austausch. Darüber hinaus erhalten die Studierenden Einblicke in unterschiedlichste Handlungsfelder und im Sinne einer wechselseitigen Bezugnahme von Theorie-Praxis/Praxis-Theorie diskutieren. Darüber hinaus findet monatlich ein Fachaustausch mit relevanten Institutionen der Sozialen Arbeit im Rahmen eines Arbeitskreises statt.  Der Arbeitskreis wird wissenschaftlich begleitet. Auf der Basis des Austausches zwischen Praxis und Wissenschaft sollen die jeweils eigenen Logiken und Verstehensprozesse in der Begleitung von Menschen in besonderen Lebenslagen transparenter gemacht werden. Dazu werden die aufgezeichneten Arbeitskreise transkribiert und im Anschluss mittels qualitativer Verfahren analysiert und ausgewertet. Die Ergebnisse können dann im weiteren Verlauf als Grundlage für eine intensive Auseinandersetzung mit typischen Fallstricken und Problemkonstellationen, den Eigenlogiken der Teilsysteme und Organisationsstrukturen speziell im Bereich der ambulanten Familienhilfe, genutzt werden. An diesem Prozess sind insbesondere Studierende des Masterstudiengangs „M.A. Beratung & Sozialmanagement“ beteiligt.

Die Lehrpraxisstelle als Praktikumsstelle

Die Studierenden der FHM absolvieren ein 20-wöchiges Praktikum. Während ihrer Praxisphase werden sie von Sozialarbeiter*innen angeleitet und üben sich erstmals in ihrem beruflichen Handeln. Im Rahmen des Studienmoduls „Grundlagen beruflichen Handelns“ werden dazu erste theoretische Kenntnisse vermittelt, welche dann in der „wirklichen Praxis“ überprüft, angewendet und reflektiert werden. Die Begleitung erfolgt durch die Sozialarbeiter*innen vor Ort und den betreuenden Dozierenden der FHM.

Dieser besondere Ausbildungsabschnitt bietet die Möglichkeit die zukünftige soziale Praxis der Sozialarbeiter*innen, wissenschaftlich zu begründen und die Studierenden langfristig zu einem professionellen Handeln zu befähigen. Außerdem besteht die Chance, bislang erworbenes theoretisches Wissen nicht nur reflexiv zu erproben, sondern auf dieser Grundlage weiterzuentwickeln. Langfristig wird durch die LP das eigene Anwenden theoretischer Kenntnisse, durch eigenes Handeln und durch das Erleben Sozialer Arbeit, zu einer anderen beruflichen Sozialisation und Berufsidentität der Studierenden führen.

Im Masterstudiengang können die Studierenden zum Studienabschluss regelmäßig Ihre Live-Beratungen durchführen und ihre Beratungskompetenz unter Beweis stellen. Auch hier besteht ein intensiver Austausch auf allen Ebenen.

Welchen Vorteil hat die Lehrpraxisstelle für die Professionalisierung sozialen Arbeit

Die FHM kann als Hochschule, die insbesondere dem Mittelstand zugeordnet wird, soziale Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven wissenschaftlich begründen und zuorden. Der soziale Sektor ist aktuell einem enormen Wandel unterworfen. Die Begründungen sind nicht mehr ausschließlich aus der Perspektive sozialpolitischer oder sozialwissenschaftlicher Ansätze zu erklären, sondern müssen vielmehr auch aus ökonomischer und wirtschaftspolitischer Sicht beurteilt und analysiert werden. In diesem Zusammenhang wird es den Masterstudierenden möglich sein, sich durch methodische und fachliche Anleitung aus dem Theorie- und Praxisfeld einen forschungsbasierten Zugang zu schaffen und darüber hinaus, ein anderes Verstehen der Problemlagen zu generieren, die dann wiederum in den sozialen Kreislauf zurückfließen. Die Evaluation der Ergebnisse kann die Bedeutung der im Alltag typischen Schnittstellen sichtbar machen und vor allem den wechselseitige Nutzen von Theorie-Praxis im Sinne der Klient*innen (Gesellschaft) unterstützen- oder überhaupt erst so ermöglichen.  

Dr. Gabriele Taube

Dr. Gabriele Taube

Soziale Arbeit
gabriele.taube@@fh-mittelstand.de

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