Was kann man mit Fachabi studieren? Deine Möglichkeiten
Du hast dein Fachabitur in der Tasche – oder bist kurz davor – und fragst dich: Was kann man mit Fachabi studieren? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Beitrag findest du alles, was du wissen musst: von Studienmöglichkeiten über Tipps zur Studienwahl bis hin zu Alternativen zum klassischen Studium. Klar, verständlich und auf den Punkt – damit du deine Zukunft aktiv gestalten kannst.
Kurz & knapp
Fachabi: Alles Wichtige auf einen Blick
- Das Fachabitur heißt offiziell Fachhochschulreife und umfasst einen schulischen sowie praktischen Teil.
- Mit Fachabi kannst du problemlos an Fachhochschulen und vielen privaten Hochschulen studieren.
- An Universitäten ist ein Studium meist nur unter besonderen Bedingungen möglich, je nach Bundesland.
- Beliebte Studienbereiche sind zum Beispiel BWL, Soziale Arbeit, Medienkommunikation oder Technologie.
- Vorteile: Praxisbezug, gute Betreuung und Zugang zu dualen Studienmodellen.
- Nachteile: Kein direkter Zugang zu klassischen Uni-Fächern wie Medizin oder Jura.
- Alternativen zum Studium sind Ausbildung, Freiwilligendienste, duales Studium oder Aufstiegsfortbildungen.
- Tipp: Lass dich frühzeitig beraten und wähle eine Studienrichtung, die wirklich zu dir passt.
Lesedauer: ca. 8 Minuten
Was ist das Fachabitur?
Die Fachhochschulreife, umgangssprachlich auch Fachabi genannt, ist ein Schulabschluss, der zum Studium an einer Fachhochschule oder einer gleichgestellten Hochschule berechtigt. Sie besteht aus einem schulischen Teil, der z. B. an einer Fachoberschule (FOS), Berufsoberschule (BOS) oder einem Berufskolleg erworben wird, und einem praktischen Teil, der durch ein gelenktes Praktikum oder eine abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen wird.
Dein Weg zur Fachhochschulreife:
Sie kann auf verschiedenen Wegen erworben werden, je nach Bildungsweg und Bundesland. Hier sind die gängigsten Möglichkeiten:
- Nach der mittleren Reife:
Du kannst nach dem Realschulabschluss eine Fachoberschule (FOS) besuchen. Dort machst du in der 11. Klasse ein ganzjähriges gelenktes Praktikum, während du parallel Unterricht hast. In der 12. Klasse folgt dann der rein schulische Unterricht. Bestehst du beide Jahre erfolgreich, erhältst du die Fachhochschulreife. - Über die Berufsoberschule (BOS):
Wenn du bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, kannst du eine BOS 12 besuchen. Dort machst du nur den schulischen Teil, da der praktische Teil durch deine Ausbildung bereits abgedeckt ist. Nach einem Jahr Unterricht und bestandener Prüfung erlangst du die Fachhochschulreife. - Am Berufskolleg oder an einer Fachschule:
Auch an Berufskollegs oder Fachschulen kannst du die Fachhochschulreife erwerben – häufig parallel zur beruflichen Ausbildung oder im Anschluss daran. - Durch die Kombination aus schulischem Teil und Praxisnachweis:
Hast du bereits den schulischen Teil der Fachhochschulreife (z. B. durch ein nicht abgeschlossenes Gymnasium oder eine bestimmte Oberstufe) absolviert, kannst du den praktischen Teil nachträglich durch ein einjähriges Praktikum, ein FSJ, einen Bundesfreiwilligendienst oder eine abgeschlossene Berufsausbildung ergänzen. Erst wenn beide Teile nachgewiesen sind, gilt die Fachhochschulreife als vollständig.
Unterschiede zwischen Fachhochschulreife, fachgebundener Hochschulreife und Abitur
Der wichtigste Unterschied zwischen der Fachhochschulreife (Fachabi) und dem Abitur (allgemeine Hochschulreife) liegt in den Zugangsberechtigungen zum Studium. Das Abitur ermöglicht den Zugang zu allen Hochschularten – Universitäten, Fachhochschulen und meist auch ausländischen Hochschulen. Die Fachhochschulreife ist dagegen in ihrer Reichweite eingeschränkter und berechtigt überwiegend zum Studium an Fachhochschulen oder praxisorientierten privaten Hochschulen. Ein Studium an klassischen Universitäten ist mit der Fachhochschulreife normalerweise nicht möglich, außer in Ausnahmefällen mit zusätzlicher Berufserfahrung oder Eignungsprüfungen.
Die fachgebundene Hochschulreife berechtigt zum Studium an Universitäten, jedoch nur in einem bestimmten Fachbereich oder einer bestimmten Fachrichtung. Sie wird häufig an Berufsoberschulen erworben und schränkt die freie Studienwahl an Universitäten ein. Im Gegensatz dazu erlaubt die Fachhochschulreife grundsätzlich nur ein Studium an Fachhochschulen, ist dafür aber nicht auf bestimmte Fachrichtungen beschränkt. Möchtest du ein Studium im Ausland starten, bietet dir dieser Abschluss vor allem in Österreich die gleichen Chancen wie in Deutschland. In anderen Ländern solltest du dich jedoch vorab genau über die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen informieren.
Wenn du nach dem Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife das volle Abitur (allgemeine Hochschulreife) erreichen möchtest, musst du zusätzlich den Nachweis ausreichender Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache erbringen. Mit diesem Nachweis wird deine fachgebundene Hochschulreife zur allgemeinen Hochschulreife erweitert – und du kannst uneingeschränkt alle Studiengänge an allen Hochschulen und Universitäten wählen.
Die Unterschiede aller Abschlüsse haben wir in dieser Tabelle übersichtlich aufgelistet:
Was kann man mit Fachabi studieren?
Diese Frage stellen sich viele – und die gute Nachricht ist: Mit dem Fachabi stehen dir zahlreiche Studienmöglichkeiten offen! Vor allem an Fachhochschulen findest du eine große Auswahl an Bachelorstudiengängen, die auf aktuelle Anforderungen des Arbeitsmarkts zugeschnitten sind. Auch private Hochschulen wie die FHM bieten Studiengänge speziell für Fachabi-Absolvent*innen an. Wichtig zu wissen: Der Bachelorabschluss ist unabhängig davon, ob du an einer staatlichen oder privaten Hochschule studierst, formal gleichwertig und wird deutschlandweit anerkannt. Entscheidend ist, dass die Hochschule staatlich anerkannt ist – dann zählt dein Abschluss genauso wie der einer Universität oder Fachhochschule in öffentlicher Trägerschaft.
Übersicht
Studiengänge, die du mit Fachabi studieren kannst
Studienberechtigte
Fachabitur: Ein etablierter Weg zum Studium
Die Fachhochschulreife ist längst ein etablierter Weg ins Studium. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes erwarben im Jahr 2025 rund 341.700 Schülerinnen und Schüler in Deutschland eine Hochschul- oder Fachhochschulreife. Zwar liegt diese Zahl unter dem Vorjahr, der Rückgang ist jedoch vor allem auf den einmaligen Wechsel vom G8- zum G9-System in Bayern zurückzuführen und kein genereller Trend zu weniger Studieninteressierten. Die Fachhochschulreife bleibt damit für viele junge Menschen der direkte Einstieg in ein Hochschulstudium.
Was kann ich mit Fachabi nicht studieren?
Mit der Fachhochschulreife hast du keinen direkten Zugang zu klassischen Universitätsstudiengängen wie Medizin, Jura, Pharmazie, Psychologie oder Lehramt. Auch viele geisteswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Fächer, die an Universitäten angeboten werden, sind ohne Abitur meist nicht zugänglich. Theoretisch orientierte und forschungsintensive Studiengänge setzen in der Regel die allgemeine Hochschulreife voraus.
Wo kann man mit Fachabi studieren?
Dein Fachabitur öffnet dir die Tür zur Fachhochschule – das ist klar. Aber wie sieht es mit der klassischen Universität aus?
Studium an Fachhochschulen
Mit dem Fachabi bist du an Fachhochschulen bestens aufgehoben. Diese Hochschulen legen großen Wert auf praxisnahe Lehre und anwendungsbezogene Inhalte. Das bedeutet: Du lernst nicht nur theoretische Grundlagen, sondern wendest dein Wissen auch direkt praktisch an. Ein großer Vorteil an Fachhochschulen ist, dass du bereits während des Studiums häufig Berufserfahrung sammeln kannst, zum Beispiel durch Praktika oder Praxissemester. Das verschafft dir einen klaren Vorteil beim Berufseinstieg, weil du nicht nur mit Theorie, sondern auch mit praktischen Kenntnissen überzeugst.
Studium an Universitäten
Mit dem Fachabitur (Fachhochschulreife) ist der direkte Zugang zu einem Studium an einer Universität nicht automatisch möglich, da Universitäten in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur) als Voraussetzung verlangen. Dennoch gibt es Ausnahmen und Sonderregelungen, die je nach Bundesland und deinem individuellen Werdegang variieren. Wenn du mit Fachabi an einer Universität studieren möchtest, solltest du dich deshalb frühzeitig genau informieren – sowohl über die Zulassungsvoraussetzungen der Wunschhochschule als auch über die spezifischen Regelungen deines Bundeslandes.
Weitere Infos findest du auch beim Schulministerium NRW.
Wie kann ich mit Fachabi studieren?
Sobald du deine Fachhochschulreife abgeschlossen hast, kannst du den nächsten Schritt Richtung Studium gehen. Besonders Fachhochschulen und viele (private) Hochschulen, bieten dir eine Vielzahl an Möglichkeiten, ein Bachelorstudium aufzunehmen – und das in einer Form, die zu deinem Alltag passt.
Dir stehen dabei verschiedene Studienformen offen:
- Vollzeitstudium: Die klassische Form, bei der du dich voll auf dein Studium konzentrierst – ideal, wenn du keine beruflichen Verpflichtungen hast.
- Duales Studium: Du kombinierst Theorie an der Hochschule mit Praxisphasen im Unternehmen – perfekt, wenn du gerne praxisnah und mit Gehalt studieren willst.
- Berufsbegleitendes Studium: Diese Form richtet sich an Berufstätige – du studierst z. B. abends oder am Wochenende.
- Fernstudium: Du lernst zeitlich flexibel und ortsunabhängig, meist online – eine gute Option, wenn du Studium und andere Lebensbereiche flexibel verbinden möchtest.
Je nach Hochschule und Studiengang können sich Bewerbungsverfahren unterscheiden. In der Regel bewirbst du dich direkt bei der Hochschule, manchmal auch über zentrale Plattformen wie hochschulstart.de. Einige Hochschulen verlangen zusätzlich ein Vorpraktikum, einen Eignungstest oder berufliche Vorkenntnisse, besonders bei kreativen oder technischen Fächern. Die FHM (Fachhochschule des Mittelstands) bietet dir alle diese Studienformen an – und richtet sich gezielt an Studierende mit Fachhochschulreife.
Vor- und Nachteile eines Studiums mit Fachabi
Deine Alternativen zum Studium
Tipps und Tricks für deine Entscheidung
Die Frage „Was kann man mit Fachabi studieren?“ ist wichtig – aber genauso entscheidend ist, was du wirklich willst. Hier ein paar Tipps, die dir bei der Studienwahl helfen können:
- Finde deine Stärken und Interessen heraus. Was macht dir Spaß? Was liegt dir? Hierbei kann dir unser Studifinder helfen!
- Nutze Studienberatungen, z. B. an der FHM – dort bekommst du persönliche Unterstützung.
- Praktika und Freiwilligendienste geben dir Einblick in verschiedene Berufsfelder.
- Vergleiche Studiengänge und Hochschulen. Welche Inhalte werden vermittelt? Wie sind die Studienbedingungen?
- Denk über ein duales Studium nach. So kannst du gleichzeitig lernen und Geld verdienen.
FAQ
Fazit
Fachabi - Dein Sprungbrett für vielfältige Chancen
Mit der Fachhochschulreife eröffnen sich dir viele akademische und berufliche Perspektiven – auch wenn der direkte Weg zur Uni nicht immer offensteht. Besonders in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Medien, Pädagogik, Gesundheit und Soziales gibt es eine große Auswahl an passenden Studiengängen. Ob an einer Fachhochschule, im dualen Studium oder in einer praxisnahen Ausbildung: Dein Fachabi qualifiziert dich für vielfältige Karrierewege. Wichtig ist, dass du dich informierst, gut berätst und selbstbewusst deinen Weg gehst. Du musst nicht „irgendwas studieren“ – du kannst gezielt das wählen, was zu dir passt.