Traumberuf Sportreporter/-in? Hochkarätig besetzte Diskussion an der FHM Hannover eröffnete Gesprächsreihe

Qualität im Sportjournalismus – wie misst sich diese? Und ist sie in Gefahr? Zum Beispiel durch nicht professionell ausgebildete Blogger, aber auch durch Vereine, die zunehmend selbst die Berichterstattung übernehmen und gelegentlich Journalisten ausschließen? Darüber diskutierten in der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Hannover am vergangenen Donnerstag, den 25.02.2021 fünf Experten: Der ARD-Sportmoderator Gerhard Delling, Ex-Handball-Profi Stefan Kretzschmar, der auch als TV-Experte auftritt, der Sportchef der Hildesheimer Allgemeinen, Thorsten Berner, Radiomoderator bei NDR 1 Sören Oehlrichs und Professor Marcus Bölz, der das hochschuleigene Institut für Sportkommunikation leitet. Die Veranstaltung wurde als Livestream bei YouTube übertragen.

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Einig war sich die Runde darin, dass der Beruf des Sportreporters nach wie vor attraktiv ist: Jungen Leuten mit persönlichem Bezug zum Sport bietet die Arbeit bei Print- oder Online-Redaktionen, bei Radio oder Fernsehen gerade in Zeiten digitaler Formate enorme Chancen, sich zu verwirklichen und die ausdifferenzierte sportliche Landschaft in Deutschland und weltweit abzubilden und zu reflektieren. Gleichwohl zeigten sich Unterschiede in der „Jobbeschreibung“. Hochschulprofessor Marcus Bölz rühmte den emotionalen Mehrwert des Berufs:

„Sport ist Leidenschaft. Und Sportjournalismus hat vielleicht nicht die Notwendigkeit, um den Alltag zu bewältigen, wie vielleicht Politikberichterstattung. Sportjournalismus ist klar, auch Entertainment – aber eben sehr wichtig für die Menschen.“

Dem widersprach der erfahrene und bekannte Sportmoderator Gerhard Delling, der auch an der FHM lehrt:

„Sport ist nicht „natürlich“ Entertainment. Vom Grundsatz her ist das vielmehr eine ganz ernste Sache. Da treten Menschen in einen Wettbewerb und wollen unbedingt gewinnen. Dazu muss die Leistung stimmen und die Haltung. Da ist durchaus Emotion dabei, na klar, aber auch viel Sachlichkeit vonnöten. Entertainment mag dazu kommen – okay – ich bedaure es aber sehr, wenn man heutzutage annimmt, dass Sport nur noch Entertainment sei.“

Schon sehr bald mischten sich auch Userinnen und User in die Debatte. Sie wollten sich über Ausbildungswege, Chancen und Gefahren informieren – diskutierten aber auch lebhaft die fehlende Präsenz von Frauen auf dem Podium. Das will die FHM Hannover beim nächsten Mal nachholen: Wegen des großen Erfolgs soll die Reihe bald fortgesetzt werden, dann unter dem Titel: „Frauen im Sportjournalismus – wie steht es um die Gleichberechtigung?“ Die Diskussion wird wieder live auf YouTube und Facebook gestreamt; der Chat wird ausgeweitet. 

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Diskutierten über den Traumberuf Sportreporter/-in (v.l.n.r.): Prof. Dr. Markus Bölz, Gerhard Dellig, Sören Oelrichs, Stefan Kretzschmar und Thorsten Berner (© Werner Kaiser, Pictureartwork).

Gerhard Delling zu Gast an der FHM Hannover ((© Werner Kaiser, Pictureartwork).

Kollegialer Austausch zwischen Thorsten Berner, Stefan Kretzschmar und Gerhard Delling ((© Werner Kaiser, Pictureartwork).