THENOVA: an der FHM ist ein neues europäisches Projekt gestartet!

Was Theaterwissenschaft bedeutet, ist bekannt. Was aber ist Wissenschaftstheater? An der Fachhochschule des Mittelstands fand am 8. und 9. Dezember 2020 die Kick-Off-Veranstaltung für das europäische Projekt "Theater-based training for supporting innovations in enterprises" (kurz THENOVA) statt. Das Meeting wurde Corona-bedingt im virtuellen Raum durchgeführt.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Christoph Brake macht sich ein Konsortium aus Hochschulen und Institutionen der Weiterbildung aus Griechenland, Polen, Österreich und Deutschland auf den Weg, neue Wege der Wissensvermittlung mit den Methoden des Theaters zu erproben. Unterstützt wird das Projekt dabei von Dramaturgen und Schauspielern aus dem Kölner Künstlernetzwerk Bayenwerft Kunsthaus Rhenania.

Das Ziel dieses Projektes ist es, speziell im Bereich der beruflichen Weiterbildung diese neuen Wege zu erproben, auf denen wissenschaftliche Lehre und Weiterbildung mit den Methoden des Theaters und der Performance bereichert werden können. Mitglied dieses Konsortiums ist auch das Energieeffizienz-Netzwerk Energie-Impuls OWL, das in diesem Zusammenhang neue Vermittlungswege für die Schulung von Energieexperten mit neuen Formaten erproben will. Warum dieses Projekt gerade die wissenschaftliche und berufliche Weiterbildung zum Thema macht, um hier mit Methoden des Theaters zu experimentieren, erläutert der Projektleiter, Prof. Dr. Christoph Brake:

„Gerade in der beruflichen Weiterbildung, wo aufgrund des personalen Strukturwandels Themen wie Diversity Management, Team Building, Konfliktmanagement, Inklusion zunehmend an Bedeutung gewinnen, haben performative Methoden der Wissensvermittlung entscheidende Vorteile gegenüber traditionellen Formen. Wir sehen in dieser strategischen Kooperation von Wissenschaft und Theater große Potenziale für die berufliche Weiterbildung und auch für die wissenschaftliche Lehre selbst. Und wir stehen hier erst am Anfang. Ich habe den Eindruck, wir befinden uns mit diesem Thema dort, wo das Thema E-Learning vor ca. 25 Jahren stand. Man ahnt das Potenzial, es gibt auch bereits erste Experimente mit diesem Format, aber es wird noch Jahre dauern, bis wir hier eine breite Durchdringung sehen werden. Wenn dies erst einmal erreicht ist, wird Wissenschaftstheater so selbstverständlich sein, wie heute das E-Learning. Und in der Kombination der medialen Repräsentation von Wissen mit seiner performativen Darstellung eröffnen sich ganz neue Wissenswelten.“

Um das zu erreichen, muss man die Akteure, die Trainerinnen und Lehrenden auch systematisch ausbilden. Das Projekt geht dabei schrittweise vor. Im nächsten Schritt werden die Partner Themenfelder der Weiterbildung identifizieren, für die eine Umsetzung mit den Mitteln des Theaters sinnvoll ist. Dazu entwickeln die Schauspieler und Dramaturgen aus Köln ein Curriculum, mit dem im Mai 2021 in einem Intensiv-Workshop 15 Lehrende und Trainer aus den 4 Ländern (Griechenland, Polen, Österreich, Deutschland) trainiert werden, um dadurch selbst in die Lage versetzt zu werden, diese Methoden in der Praxis der Aus- und Weiterbildung umzusetzen.

Am Ende dieses Projektes stehen erfolgreiche Anwendungen des Zusammenspiels von Theater und Wissenschaft, die in Form von Videos dokumentiert und kostenlos und dem Ziel der Nachahmung und Weiterentwicklung online zur Verfügung gestellt werden.

Gefördert wird das Projekt durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union.