Studierende untersuchen die Leitmottos aller Fußball-Bundesligisten der Saison 2020/21

Im Rahmen einer Studie an der Fachhochschule des Mittelstands am Standort Köln untersuchten Studierende des Bachelor-Studiengangs „Sportjournalismus & Sportmarketing“ die Leitbilder, Werte und Leitmottos der Fußball-Bundesligisten der Saison 2020/21. Im Zuge der weiter voranschreitenden Professionalisierung im Fußball haben die Bundesligavereine zunehmend auch das Nachdenken über ihre Werte entdeckt. Dahingehend befassten sich die Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Groll mit den Leitmottos und Leitbildern aller 18 Erstligisten der aktuellen Bundesliga-Saison.

Prof. Dr. Michael Groll im Kommentar:
"Es war zu erwarten, dass die Tradition bei den meisten Clubs als prägend für den Verein dargestellt wird. Auch ist bei allen Vereinen die Betonung der regionalen Verwurzelung und der Nähe zu den Fans in der ein oder anderen Weise vertreten. Doch wie sieht es im Umgang mit den Finanzen aus? Gerade in Corona-Zeiten leiden viele Sportvereine unter finanziellen Sorgen, auch in der Bundesliga. So musste das Land Nordrhein-Westfalen den FC Schalke 04 unlängst mit einer millionenschweren Bürgschaft unterstützen. Es gibt aber auch Bundesligisten, bei denen eine solche Lage schon aufgrund des Leitbilds undenkbar scheint. Der Rekordmeister FC Bayern München und der Traditionsklub Borussia Mönchengladbach haben in ihrem jeweiligen Leitbild das seriöse bzw. das nachhaltige Wirtschaften verankert – alle anderen Bundesliga-Vereine verzichten auf eine derartige wirtschaftliche Selbstverpflichtung. Bekanntlich hat aber der FC Schalke 04 eine Gehaltsobergrenze für neu hinzukommende Spieler eingeführt, was ein Novum in der Bundesliga darstellt.

Von den 18 Erstligisten besitzen immerhin 16 ein Leitmotto. Ein Leitmotto ist eine kurze, prägnante Aussage, die das Leitbild auf den Punkt bringt und sich leicht ins Gedächtnis der Bezugsgruppen einprägen soll. Die Bedeutung dieser Mottos ist teilweise tiefgründiger als angenommen. So möchte der FC Schalke 04 mit „Wir leben Dich“ verdeutlichen, dass treue und leidenschaftliche Fans dieses Motto im Kern ausmachen, wie Alexander Jobst, Vorstand für Marketing, Vertrieb und Organisation der „Königsblauen“ bei der Einführung des Mottos 2012 erklärte. Nebenbei ist es aber auch eine geschickte Perspektivänderung, bei der das Motto aus Sicht der Fans formuliert ist und auf diese Weise für noch mehr Nähe zum Fan sorgt.

Gängiges Motiv ist die Tradition des jeweiligen Vereins. So tritt die Borussia aus Mönchengladbach unter dem Motto „Die Fohlen“ auf, eine Bezeichnung, die auf den wilden, stürmischen Fußball der Borussia aus den 1970er Jahren anspielt. Ebenfalls auf Traditionen setzt der VfB Stuttgart mit dem Motto „furchtlos und treu“. Ursprünglich vom königlichen Haus Württemberg als Wahlspruch vor rund 200 Jahren im jungen Württemberg eingesetzt, wurde er auf den VfB umgemünzt. „Furchtlos“ steht für das Vertrauen in die Jugend und als Bekenntnis zu einem mutigen Fußball und „treu“ für die starke Bindung des VfB zur Region.

Weitere populäre Leitmottos sind „Echte Liebe“ (Borussia Dortmund), „Mia san mia“ (FC Bayern München) und „Lebenslang grün-weiß“ (Werder Bremen). Der Hauptstadtklub Hertha BSC sticht dagegen mit einem selbstbewussten und zugleich visionären Leitmotto heraus: „Die Zukunft gehört Berlin. Aus Berlin, wie Berlin, für Berlin“. Mit dem spendablen Investor Lars Windhorst im Rücken sind bei Hertha nun auch zumindest die Voraussetzungen dafür geschaffen, positiv in die Zukunft zu blicken. RB Leipzigs Motto „Wir sind Leipzig. Wir sind Hungry4more“ ist relativ neu und wirkt etwas sehr marketinggetrieben. Sollte das Motto aber längerfristig angelegt sein, wäre es nur konsequent, wenn die Leipziger auch ein Leitbild veröffentlichen würden. Auf den Wert Tradition kann dann auch verzichtet werden, die Tradition kommt irgendwann von ganz allein.

Es bleibt zu betonen, dass sich alle Vereine auch außerhalb des Sports engagieren, sowohl im sozialen Bereich als auch für die Umwelt. Durch die Stiftung „leuchte auf“ setzt sich Borussia Dortmund zum Ziel, gemeinnützige Projekte und Organisationen materiell, finanziell oder mit ideeller Arbeit zu unterstützen. In Kooperation mit dem Natur- und Umweltschutzverband, kurz „Nabu“, entwickelt der VfB Stuttgart seit März 2020 lokale Projekte und führt sie durch. Neben ihrem sozialen Engagement, unterstützen die Roten Bullen aus Leipzig die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie unter dem Kampagnenmotto „Wir alle“ mit allerlei Aktionen. Dies sind nur drei Beispiele von insgesamt über 2.000 sozialen und ökologischen Projekten, die von Bundesligisten in der Vergangenheit gefördert wurden und zum Teil weiterhin gefördert werden."

Leitmottos der Bundesligisten der Saison 2020/21:

Verein

Leitmotto

FC Bayern München

Mia san Mia

Borussia Dortmund

Echte Liebe

RB Leipzig

Wir sind Leipzig. Wir sind Hungry4more

Borussia Mönchengladbach

Die Fohlen

Bayer 04 Leverkusen

Die Werkself

TSG 1899 Hoffenheim

Ein Team. Ein Weg. Einmalig

VfL Wolfsburg

Gemeinsam bewegen, Vielfalt leben

Sportclub Freiburg

-

Eintracht Frankfurt

-

Hertha BSC

Die Zukunft gehört Berlin

1. FC Union Berlin

Wir sind Union

FC Schalke 04

Wir leben dich.

1. FSV Mainz 05

Unser Traum lebt

1. FC Köln

Der FC – Spürbar Anders.

FC Augsburg

Eine Region – Ein Verein – Eine Leidenschaft

SV Werder Bremen

Lebenslang grün-weiß

Arminia Bielefeld

Wir sind Ostwestfalen

VfB Stuttgart

Furchtlos und treu