Nachhaltigkeit und Qualität als Zukunftschance für touristische Unternehmen in der Eifel

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) hat in Kooperation mit Tourismus NRW und der Eifel Tourismus GmbH in einem gemeinsamen Forschungsprojekt eine Untersuchung in der Eifel durchgeführt, um die Nachhaltigkeit und Qualität als Zukunftschance für touristische Unternehmen zu untersuchen. Hintergrund war die Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums aus dem vergangenen Jahr 2021.

Der Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 stellte einen für die gesamte Tourismusbranche noch nicht gekannten Einschnitt dar. Die massiven Einschränkungen des Reiseverkehrs weltweit beendeten schlagartig den seit Jahren andauernden Wachstumsprozess. Dieser Bruch führte einerseits zu einem Ausnahmezustand, der es von heute auf morgen erforderlich machte die vorhandenen Buchungen rückabzuwickeln und den Schaden für das eigene Unternehmen möglichst zu minimieren. Anderseits wurde auch schon nach kurzer Zeit viel Kreativität freigesetzt, die sich in einer Vielzahl von Ansätzen zur möglichen Neuausrichtung des Tourismus nach dem Ende der Pandemie ausdrückte. Manche Diskussionsteilnehmer sahen einen grundsätzlichen Neuanfang, der ein vollständig verändertes Reiseverhalten nach sich zöge. Andere erwarteten, dass sich mit dem Wiedereinsetzen des Reiseverkehrs auch schnell wieder alte Verhaltensmuster einstellen würden. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich schon vor der Pandemie gesellschaftliche Megatrends einstellten, die auch langfristig Einfluss auf die touristische Nachfrage haben werden.

Die vorliegende Studie setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, wie kleine und mittelständische touristische Leistungsträger in der Eifel, die sich verändernden Ansprüche von Reisenden im Hinblick auf Qualität und Nachhaltigkeit wahrnehmen. Inwiefern ergeben sich in diesem Zusammenhang durch die Covid-19 Pandemie neue Chancen und Herausforderungen für touristische Leistungsträger? Welche Unterstützung ist ggf. sinnvoll, damit der touristische Mittelstand auch diese Innovationschancen wahrnehmen kann?

„Die Eifel war als Untersuchungsgebiet besonders interessant, weil hier der Tourismus gleich in doppelter Hinsicht durch äußere Ereignisse massiv beeinflusst wurde: Durch die Covid-19 Pandemie und die Hochwasserkatastrophe Mitte Juli 2021“, erklären Prof. Dr. Rulf J. Treidel, Professur Management im Tourismus und Projektleitung und Friedel Heuwinkel, Landrat a.D., Institutsleiter - Institut für den Mittelstand, die beide diese Studie federführend geleitet haben. Die in diesem begrenzten Rahmen erzielten Ergebnisse geben Hinweise auf eine bundesweite zu beobachtende Problemlage und fokussieren die Frage nach einer sehr spezifischen Tourismusentwicklung und Maßnahmen für mittelständische touristische Anbieter. „Im Zuge der Untersuchungen stellte sich aber immer mehr heraus, dass der Tourismus in der Eifel auch zumindest in einigen Bereichen als Best Practice Beispiel für andere Zielgebiete gelten könnte“, sind sich Treidel und Heuwinkel einig.

Hier gibt es die Studie zum Download.

 

Friedel Heuwinkel, Landrat a.D. (links) und Leiter Institut für den Mittelstand, überreicht dem ehemaligen (2018 bis 2021) Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, den Projektbericht. Bareiß hatte das Vorhaben noch während seiner Amtszeit in Auftrag gegeben.

Prof. Dr. Rulf J. Treidel, Professur Management im Tourismus und Projektleitung hat den Projektbericht verfasst.