Growing Indonesia: A Triangular Approach (GITA)

Internationale Abschlusskonferenz

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) verfolgt zusammen mit ihren europäischen und indonesischen Projektpartnern das Ziel einer nachhaltigen und flächendeckenden Verbesserung der Kooperationen zwischen Universitäten, Studierenden und Unternehmen in Indonesien. Vom 07.04. bis 09.04.2021 fand nun die virtuelle Abschlusskonferenz des Projektes „Growing Indonesia: A Triangular Approach (GITA)“ statt, die ohne die aktuellen Reisebeschränkungen durch die Coronapandemie eigentlich in Jakarta stattgefunden hätte. Auf der Konferenz wurden die großen Erfolge und Ergebnisse des von 2018-2021 laufenden Projektes gefeiert.

Die FHM ist als Projektpartnerin am Projekt „Growing Indonesia: A Triangular Approach (GITA)“ beteiligt. Dieses wird von der EU unter der Programmlinie Erasmus+ Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich finanziert. Das Projekt, das eigentlich im Oktober 2020 ausgelaufen wäre, wurde aufgrund der Coronapandemie bis zum 14.04.2021 verlängert. Das Projekt hat Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit von indonesischen Hochschulabsolventinnen und -absolventen gefördert, u.a. durch den Aufbau von Growth Hubs an allen beteiligten indonesischen Hochschulen.

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) übernahm in diesem Projekt federführend das Arbeitspaket zu Förderung von Hochschul-Wirtschaft-Kooperationen sowie die Kernaufgabe der Qualitätssicherung. Im Rahmen Hochschul-Wirtschaft-Kooperationen wurden vielseitige Aktivitäten umgesetzt. Zum einen wurde das Level von unternehmerischem Engagement in der organisatorischen Strategie der Universitäten sowie in den Lehrplänen und in zusätzlichen freiwilligen Angeboten auf Grundlage eines von der FHM entworfenen Diagnosetool für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten evaluiert. Des Weiteren wurden die Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen an den sieben indonesischen Hochschulen mithilfe eines von der FHM entworfenen Tools abgebildet, evaluiert und strategisch priorisiert, um daraufhin Aktionspläne für weitere Aktivitäten zu entwickeln. Das Netzwerk zu Unternehmen und wichtigen Stakeholdern wurde über die Projektlaufzeit auch strategisch ausgebaut. Des Weiteren wurde ein gemeinsamer Business Plan Wettbewerb an den sieben indonesischen Hochschulen durchgeführt.
Für das Abschlusstreffen  kamen in den vergangenen drei Tagen Vertreterinnen und Vertreter der sieben indonesischen Universitäten, der vier europäischen Projektpartner (Deutschland, Großbritannien, Irland und Österreich), erfolgreiche Gründer und Absolventen der indonesischen Hochschulen sowie indonesische Regierungsvertreter auf digitalem Weg über Microsoft Teams und zoom zusammen. Sie zeigten und diskutieren über die großen Erfolge des Projektes: die Outputs und praktische Umsetzung von universitären Unternehmenskooperationen sowie die Einbindung unternehmerischen Wissens in der Lehre und in begleitenden Projekten.

Am ersten Tag des Projekttreffens wurden die Kernergebnisse der gesamten Arbeitspakete resümiert. Die Ergebnisse des Projektes übertreffen die Erwartungen an das Projekt zu Projektbeginn um Längen: so fanden im Rahmen der im Projekt aufgebauten Growth Hubs über 200 Events (Webinars, Seminare, Netzwerkevents, etc.) zur Förderung von Unternehmertum mit einer Reichweite von knapp 20.000 Studierenden statt. Es wurden über 200 Start-up Teams im Rahmen der Inkubation-Units unterstützt und 112 neue Startups (2019/2020) mit einem Gesamtjahresumsatz von 6,41 Millionen britische Pfund (ca. 7,4 Millionen Euro) gegründet. An den sieben indonesischen Partneruniversitäten wurde die unternehmerische Kompetenzorientierung u.a. durch die Implementierung von Unternehmertum in den Lehrplänen der Bachelorstudiengängen verankert. Insgesamt wurde dies in 68 von insgesamt 261 (26%) Studiengängen der sieben indonesischen Partneruniversitäten umgesetzt. Das grundlegende Ziel ist hier Kompetenzen im Bereich der Charakterbildung und des unternehmerischen Mindsets bei Studierenden und Lehrenden zu fördern, damit Studierende ermutigt und unterstützt werden Entrepreneure zu sein.

Der zweite Tag der Konferenz startete mit einer Begrüßung durch den Rektor Prof. Dr. Jony Haryanto der President University in Jakarta, an der die Abschlusskonferenz eigentlich stattgefunden hätte. Danach folgte ein virtueller Besuch aller sieben im Rahmen des Projekts gegründeten Growth Hubs, sowie die Präsentation der vor kurzem aus dem GITA-Projekt gegründeten „National Association“, die das Ziel verfolgt den innovativen, dreidimensionalen Ansatz aus der Einbeziehung aller drei Akteursgruppen (Hochschulen, Alumni, Unternehmen) zur Förderung von Unternehmertum in ganz Indonesien voranzutreiben. Besonders spannend waren die Vorträge der indonesischen Regierungsvertreter Prof. drh. Aris Junaidi, Ph.D (Direktor für Lernen und studentische Angelegenheiten, Generaldirektion für Hochschulbildung, Ministerium für Bildung und Kultur) und Professor Ismunandar (Stellvertretender Minister für Forschung und Technologie), die den Ansatz des „Emancipated Learning“ der indonesischen Bildungspolitik und die Förderung von Unternehmertum an Hochschulen sowie Innovationsförderung durch Unternehmenskooperationen erläuterten. Abgerundet wurde der zweite Konferenztag durch die Erfolgsgeschichte des Gründers des Startups nusatalent.com, Steven Gouw, und den Geschäftsführer von Jababeka, Herrn Tjahjadi Rahardja. Jababeka ist ein 5.600 Hektar großes Stadtgebiet, das Industrie- Wohn- und Gewerbegebiete umfasst. Mit seinen 2000 ansässigen Unternehmen, 16 Hochschulen, dem ansässigen innovationsfördernden FabLab und einer Bevölkerung von 1,2 Millionen ist Jababeka zu Indonesiens prestigeträchtigster Adresse für Fertigung, Industrie und Technologie geworden.

Der dritte Tag drehte sich im ersten Teil um den Business Plan Wettbewerb und die Präsentation der drei Gewinner, die im Rahmen der Zoom Konferenz ihre Start-ups vorstellen durften. Der Business Plan Wettbewerb fand im September 2020 statt und war Teil des FHM Arbeitspakets. Insgesamt nahmen 38 Hochschulangehörige der sieben indonesischen Hochschulen teil, dessen Business Pläne dann in mehreren Durchgängen durch verschiedene Personen aus dem Projektkonsortium evaluiert und die Gewinner ausgewählt wurden. Der zweite Teil der Konferenz widmete sich den Themen Qualitätssicherung und Evaluation, Projektmanagement und der „National Association“. Mit der National Association ist das Ende des GITA Projekts erst der Anfang einer viel größeren Vision. Die National Association plant für die kommenden 3 Jahre gut 100 neue Mitglieder für die Vereinigung zu gewinnen. Die sieben indonesischen Hochschulen und Gründungsmitglieder aus dem GITA-Projekt werden mit ihrer Expertise andere indonesische Hochschulen auf ihrem Weg hin zu mehr Unternehmertum und stärkeren Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen beraten und unterstützen. Die Association hat für die schnelle Vernetzung ein Internetportal mit wichtigen ersten Informationen, Handbüchern, Informationen zu den Growth Hubs und den dort stattfinden Veranstaltungen aufgebaut. Die Association ist wohl der größte Erfolg des GITA-Projekts und sichert die Nachhaltigkeit, den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Projektergebnisse grundlegend.

Prof. Dr. Volker Wittberg äußert sich zu der Abschlusskonferenz mit den folgenden Worten. „Es war wirklich beeindruckend zu sehen, dass die Idee der Growth Hubs nicht nur bei einer Idee geblieben ist, sondern physisch Einzug in allen sieben indonesischen Hochschulen gehalten hat. Schade war natürlich, sich diese realen Erfolge des Projektes nicht vor Ort anschauen zu können, sondern in der aktuellen Pandemie nur über Videos und Fotos. Diese institutionelle Verankerung von Innovations- und Unternehmensförderung wird einen wirklich positiven Effekt auf die Graduierten, die Hochschulgemeinschaft als Ganzes und die Wirtschaft Indonesiens haben. Schwer beeindruckt haben mich die Gewinner des Business Plan Competition, deren Start-ups wir im Rahmen der Abschlusskonferenz näher kennenlernen durften. Ich hoffe sehr, dass sie eine Inspiration für viele indonesische Studierende sind und die vor Ort aufgebauten Growth Hubs in Zukunft viele dieser erfolgreichen Beispiele hervorbringen werden.“

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Interessante Links:

 

Projektpartner:
Europa
•    University of Gloucestershire (UOG) Cheltenham, Vereinigtes Königreich
•    Dublin Institute of Technology (DIT), Dublin, Irland
•    Fachhochschule des Mittelstandes (FHM), Bielefeld
•    University of Innsbruck (UIBK), Innsbruck, Österreich
Indonesien
•    President University (PRU), Jakarta
•    Universitas Padjadjaran (UPB), Bandung
•    Semerang State University (UNS), Semerang
•    Universitas Brawijaja (BRU), Malang
•    STIE Malangkucecwara (STM), Malang
•    Universitas Ahmad Dahlan (UAD), Yogyakarta
•    Universitas Islam Indonesia (IIM), Yogyakarta
Externer Evaluator
•    Dr. Paul Schober, Österreich