Ein „Match“, das passt - die FHM und das NKR kooperieren

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) starten eine Kooperation. Nach einer ersten Phase des digitalen Kennenlernens zwischen den Studierenden der FHM und dem Team des NKR im Juni 2021 beginnt nun die gemeinsame Zusammenarbeit. Basis der für beide Institutionen neuartigen Kooperation ist es, das NKR, seine Aufgaben und Ziele, als CSR-Thema für Studierende der FHM praktisch umzusetzen. Im ersten Schritt wird das Konzept im Studiengang Eventmanagement & Entertainment realisiert.

Zur Erläuterung: „CSR“ ist die Abkürzung für „Corporate Social Responsibility“. Damit wird die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen als Teil des nachhaltigen Wirtschaftens bezeichnet. Das Ziel der Kooperation ist es, die Studierenden der FHM mit den thematischen Inhalten der Arbeit des NKR und ihrer praktischen Anwendung vertraut zu machen – „Learning by doing“ – praktische Studien und Mitarbeit bei der Planung und Durchführung realer Events.

Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR)

25 Jahre Leben retten „Made in Hannover“ so könnte eine passende Überschrift für das NKR lauten. Das Register ist eine der größten, überregional arbeitenden Stammzellspenderdateien in Deutschland. Es setzt sich dafür ein, dass Blutkrebspatienten mit einer Stammzellspende ihre schweren Erkrankungen besiegen können. Etwa alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. In vielen Fällen erfordert diese Diagnose eine Stammzellspende und führt zur Suche nach einem passenden Spender, einem „Match“ oder auch „genetischen Zwilling“, der leider nur in wenigen Fällen innerhalb der Familie gefunden werden kann. Die Suche erfolgt über die Transplantationszentren und die damit verbundenen Sucheinheiten. Diese wiederum greifen auf die Datenbanken der Stammzellspenderregister weltweit zu – das NKR ist eines davon, eines der größten in Norddeutschland und international tätig. Die Register stellen die Gewebemerkmale freiwillig typisierter Spender für die Spendersuche zur Verfügung. Es folgen mehrere Schritte zur Überprüfung der angegebenen Merkmale und des Gesundheitszustandes des Spenders, denn nur wer gesund ist, darf spenden. Nach einer ausführlichen Aufklärung und Untersuchung durch die behandelnden Ärzte erfolgt die Freigabe zur Spende, und die eigentliche Spende findet statt.

1996 wurde das NKR in Hannover von der Ärztin Dr. med. Marlena Robin-Winn gegründet. Seitdem wurden fast 350.000 potenzielle Stammzellspender in das Register aufgenommen und über 1.700 Leben gerettet. Die Grundlage für die Koordination von Stammzellspenden ist die Organisation und Durchführung von Typisierungsaktionen zur Gewinnung von Neuspendern, entweder initiiert von Familien, Freunden etc. betroffener Patienten oder als generelle Typisierungsaktion, unabhängig von einer Patientengeschichte.

Generell laufen solche Aktionen ab wie folgt: Das Team des NKR und freiwillige Helfer klären Interessierte über die Stammzellspende auf. Die Typisierung selbst findet mittels einer Wangenschleimhautprobe und einer schriftlichen Einwilligungserklärung statt. In Speziallaboren werden die Proben ausgewertet. Die Daten der Spender werden in anonymisierter Form registriert, so dass potenzielle Spender jederzeit weltweit gefunden werden können und zur Verfügung stehen.

Durch die Corona-Pandemie finden bereits seit einem Jahr keine öffentlichen Typisierungsaktionen mehr statt, und darunter leiden vor allem die Patienten weltweit. Im Jahr 2020 haben sich allein in Deutschland ca. 40 Prozent weniger Menschen typisieren lassen als 2019. Zusätzlich zu den nicht vorhandenen Neuspendern fallen jedes Jahr Stammzellspender aus Altersgründen und aufgrund von Krankheiten aus dem Pool der potenziellen Lebensretter.

Da die Kosten der Ersttypisierungen ausschließlich über Spendengelder finanziert werden, ist die Organisation und Durchführung von Spendenaktionen und Charity-Events die zweite wichtige Säule der NKR-Aktionen. Zu den bekanntesten und wichtigsten Events gehören zum Beispiel im Sommer das Entenrennen, das bereits zehnmal erfolgreich im Rahmen des Maschseefestes veranstaltet wurde. Die gesamte Veranstaltung findet stets unter großer Publikumsbeteiligung statt, aktiv unterstützt von Prominenten und Sponsoren.

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Hannover

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) ist eine staatlich anerkannte, private Fachhochschule. Sie hat sich seit ihrer Gründung durch besonders anwendungsorientierte Forschung und Praxisprojekte als starker Partner für die Wirtschaft etabliert. Der FHM Campus Hannover wurde im Jahr 2011 gegründet – ein hoher Praxisbezug, enge Kontakte zur Wirtschaft, zu sozialen Institutionen und Kooperationspartnern aus dem gesellschaftlichen Bereich sowie ein Campus direkt im Herzen der Stadt nahe der Lister Meile zeichnen die FHM Hannover aus. Neben dem fundierten, studiengangsbezogenen Fachwissen erwirbt jeder Studierende an der FHM grundlegende Wirtschaftskompetenz sowie personale und soziale Kompetenzen. Wichtig sind darüber hinaus Medienkompetenz, Management- und Führungsqualität sowie technische Fähigkeiten und digitales Lernen. All dies integriert die FHM in jeden ihrer Studiengänge und qualifiziert ihre Studierenden durch kleine Studiengruppen und eine besonders persönliche Lernatmosphäre optimal für ihre Zukunft in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft.

Der Studiengang B.A. Eventmanagement & Entertainment

Ein Event planen und umsetzen oder eine Sportveranstaltung organisieren, Messen, Kongresse und Ausstellungen zu einem besonderen Erlebnis für die Besucher machen – all das sind Aufgaben, die einen zukünftigen Eventmanager oder eine Eventmanagerin erwarten und die Studierende des Studiengangs Eventmanagement und Entertainment erlernen. In Zeiten der Corona-Krise ist gerade in der Veranstaltungsbranche schnelles und agiles Umdenken angesagt — neue Formate müssen her. Den Bachelorstudiengang Eventmanagement & Entertainment hat die FHM zum neuen Studienjahr deshalb komplett neu ausgerichtet und die aktuelle Lage berücksichtigt. Absolventen wird das passende Rüstzeug vermittelt, um agil und kreativ die Welt nach der Pandemie zu gestalten und Erlebnisse zu schaffen, die im Gedächtnis bleiben. Der B.A. Eventmanagement & Entertainment läuft an der FHM drei Jahre in Vollzeit, er beinhaltet auch eine 24-wöchige Praxisphase.

Die Zusammenarbeit

Neben der alltäglichen Registerarbeit sind Events ein wichtiges Standbein der Arbeit des NKR, um neue Spender zu generieren und die Ersttypisierungen zu finanzieren. Dafür neue Wege zu finden, ist stets eine spannende Herausforderung. Das NKR bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich mit den bestehenden Events auseinander zu setzen, diese auf Basis des bereits erworbenen Fachwissens hin zu analysieren und zu optimieren. Sie erhalten die Möglichkeit, bei aktuellen Projekten mitzugestalten und neue kreative Ideen einzubringen. Auch die Möglichkeit, neue Eventformate zu entwickeln und zu präsentieren, steht den Studierenden offen. Das NKR steht hier als fachliche Beratung zur Verfügung und unterstützt bei branchenspezifischen Richtlinien und Normen.

Die Studierenden sollen hierbei die Konzeption, Präsentation und Umsetzung praxisbezogener Projekte trainieren und das theoretische Wissen in die Praxis transferieren.

Strategisches und operatives Eventmanagement

Das Register, seine Mission und Vision in die Öffentlichkeit und verschiedene Unternehmen in der Region zu tragen, ist ein weiteres großes Aufgabenfeld für die Studierenden. Dazu leistet das Fachwissen der Studierenden in der Eventkommunikation und Werbung, aber auch im Kundenbeziehungsmanagement einen wertvollen Beitrag. Die Entwicklungsfelder in diesem Bereich reichen von der Konzeption und Erstellung aktionsbezogener und unternehmensbezogener Werbung bis hin zur Medienproduktion wie das Gestalten von Plakaten, Flyern, Social Media-Postings, aber auch die redaktionelle Konzeption von Blogartikeln oder Beiträgen in verschiedenen Medien. Der Fantasie der Studierenden werden keine Grenzen gesetzt.

Eventdesign und Dramaturgie

Neben der Konzeption neuer Events bietet sich den Studierenden die Möglichkeit, bei der Gestaltung aktueller NKR-Projekte aktiv mitzuarbeiten, sei es bei der Unterstützung im Projektmanagement als Organisationstalent zu glänzen oder das Aktionsteam zu unterstützen sowie z. B. neue Projekte hinsichtlich des Eventrechts auf Herz und Nieren zu prüfen und gegebenenfalls zu optimieren.

Fazit:

Das NKR kann durch seine vielfältigen Aktionen und Events, sein großes Netzwerk und die intensive Kommunikation mit dem Fokus auf CSR-Themen den Studierenden der FHM ein breites Betätigungsfeld bieten, mit direktem Bezug zur Praxis und unter realen Arbeitsbedingungen. Umgekehrt profitiert das NKR von der hervorragenden Ausbildung der Studierenden der FHM, die ihre erlangten Kompetenzen direkt praxisnah einbringen und die Events mit zum Erfolg führen können.

Foto Rainer Dröse. Von links: Carsten Gieseler, Student, Prof. Dr. Gabriela Jaskulla, Wissenschaftliche Leitung FHM Hannover, Prof. Dr. Thomas Berger, Leiter Institut für Kultur- und Kreativwirtschaft (IKK) der FHM, Chiara Goldbeck, Studentin, Dr. med. Marlena Robin-Winn, Gründerin und Geschäftsführerin NKR gGmbH, Sina Rümper, Studentin