Die Digitalisierung erfordert immer neue hybride Denkweisen - Interview mit FHM-Alumnus Sebastian Laag

Sebastian Laag | Alumnus 2007 | heute: Senior Account Manager bei arvato SCM Solutions

Welche Rolle haben Sie mit arvato bei der „Zukunftsaufgabe Digitalisierung“?

Sebastian Laag: „Wir übernehmen den gesamten Prozess der Wertschöpfungskette für Unternehmen im Bereich e-Commerce und decken damit natürlich nur einen Teilbereich der Digitalisierung ab. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir Kunden beraten, wie sie am besten ihren Online-Shop aufsetzen, helfen bei logistischen Fragestellungen und bieten zusätzlich noch den gesamten Customer-Service an. Das heißt in der Regel, dass wir mit arvato und unseren Maßnahmen im Hintergrund tätig sind und die Digitalisierung als Dienstleister für Kunden voranbringen. Oftmals fehlt es bei den Unternehmen an den entsprechenden Ressourcen, um solche zukunftsrelevanten Maßnahmen selbst umsetzen zu können. Doch ohne Zweifel besteht Einigkeit darin, dass e-Commerce ein großer Markt mit riesigem Potential ist, dabei sind wir langfristiger Partner. Bei dieser Einschätzung spielt es keine Rolle, aus welchem Bereich oder Sektor der Wirtschaft unsere Kunden kommen.“

Welche Eigenschaften muss ein zukünftiger „Digitalexperte“ aus Ihrer Sicht mitbringen?

Laag: „Natürlich ist die Digitalisierung im Grundsatz technikgetrieben und beruht auf innovativen Entwicklungen. Insofern sind ein gewisses Technik-Verständnis und der Wunsch, diese Entwicklung zu verstehen, von großem Vorteil. Auf der anderen Seite ist es wichtig, alle Prozesse einer Wertschöpfungskette zu verstehen und diese betriebswirtschaftlich durchdenken zu können. Nur so lässt sich weiterer Fortschritt schaffen und neue Strategien entwerfen. Ein Digital Business Manager muss aus meiner Sicht an der Schnittstelle zwischen Technik, Entwicklung sowie Programmierung und wirtschaftlichen Zielen vermitteln und arbeiten können. Die Digitalisierung erfordert immer neue hybride Denkweisen. Die Dynamik und erforderliche Flexibilität sind in diesem Bereich beeindruckend. Wer das beherrscht, wird in einem absoluten Zukunftsmarkt arbeiten können.“

Wie wird die Digitalisierung den Arbeitsalltag der Zukunft verändern?

Laag: „Das ist sehr facettenreich. Wenn ich unsere Schreibtische und Arbeitsplätze sehe – da gibt es so gut wie keine Ordner mehr. Es wird alles digital erfasst. Aber auch das Arbeiten an sich ist sehr dezentral und zeitunabhängig. Gleiches gilt für die Kommunikation. Klassische Meetings sind international ohne virtuelle Räume gar nicht mehr vorstellbar, das gilt fast überall auch schon intern zwischen Abteilungen und diversen Standorten. Auf diese bereits bestehenden Veränderungen müssen Unternehmen eingehen können, dafür braucht es Know-how.“