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ECTS (European Credit Transfer System)

Was sind ECTS?

Definition

Das ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist ein europaweit standardisiertes System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulation von Studienleistungen an Hochschulen. Es wurde im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführt, um Studiengänge in Europa vergleichbarer zu machen und die Mobilität von Studierenden zwischen Ländern und Universitäten zu erleichtern.

Ein ECTS-Punkt (Credit) entspricht dabei dem durchschnittlichen Arbeitsaufwand eines Studierenden. In der Regel gilt:

  • 1 ECTS = ca. 25–30 Arbeitsstunden
  • 60 ECTS = ein Studienjahr (Vollzeit)

Das System ermöglicht es, erbrachte Leistungen international anzuerkennen, z. B. bei Auslandssemestern, und schafft Transparenz über Umfang und Anforderungen von Studienmodulen.

Überblick

Wissenswertes

Das ECTS wurde im Rahmen des Bologna-Prozess entwickelt, mit dem Ziel, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Dazu gehören unter anderem vergleichbare Studienabschlüsse, klar strukturierte Studiengänge sowie einheitliche Qualitätsstandards im Rahmen der Akkreditierung von Studienprogrammen.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Reform ist die internationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen und damit auch die bessere Einordnung eines akademischen Grades, wie etwa Bachelor oder Master.

Im Zentrum des ECTS steht der sogenannte Workload, also der gesamte Arbeitsaufwand, den Studierende für ein Modul aufbringen müssen. Dazu zählen:

  • Teilnahme an Lehrveranstaltungen
  • Vor- und Nachbereitung von Inhalten
  • Selbststudium
  • Prüfungen, Hausarbeiten und Projekte

Ein ECTS-Punkt entspricht dabei in der Regel 25 bis 30 Arbeitsstunden. Ein akademisches Jahr im Vollzeitstudium umfasst üblicherweise 60 ECTS-Punkte.

Studiengänge sind in Module gegliedert, die thematisch abgeschlossene Lerneinheiten darstellen. Jedem Modul sind:

  • klare Lernziele
  • definierte Inhalte
  • eine bestimmte Anzahl an ECTS-Punkten

zugeordnet. Die Vergabe der Punkte erfolgt nur bei erfolgreichem Abschluss der jeweiligen Prüfungsleistung.

Typische Gesamtumfänge:

  • Bachelorstudium: 180–240 ECTS (ca. 3–4 Jahre)
  • Masterstudium: 60–120 ECTS (ca. 1–2 Jahre)

Das ECTS bietet Studierenden mehrere Vorteile:

  • Transparenz über den Arbeitsaufwand einzelner Module
  • Planbarkeit des Studiums durch klare Struktur
  • Flexibilität beim Hochschulwechsel
  • Anerkennung von Leistungen im In- und Ausland

Insbesondere bei Auslandsaufenthalten sorgt das System dafür, dass bereits erbrachte Leistungen nicht verloren gehen.

Ergänzend zu den reinen Leistungspunkten sieht das ECTS eine sogenannte ECTS-Notenskala (A bis F) vor. Diese Skala bewertet Studienleistungen nicht absolut, sondern relativ innerhalb einer Vergleichsgruppe, typischerweise innerhalb eines Studiengangs oder Jahrgangs.

Dabei werden Studierende anhand ihrer Leistung in ein Rangsystem eingeordnet:

  • A steht für die besten 10 %
  • B für die nächsten 25 %
  • C für die folgenden 30 %
  • D und E für weitere bestandene Leistungen in absteigender Reihenfolge
  • F bedeutet nicht bestanden

Ziel dieser relativen Bewertung ist es, unterschiedliche nationale Notensysteme besser miteinander vergleichbar zu machen. Während Noten in einzelnen Ländern sehr unterschiedlich vergeben werden können, soll die ECTS-Notenskala eine gemeinsame Orientierung auf europäischer Ebene schaffen.

In der Praxis wird dieses System jedoch nur teilweise konsequent angewendet. Viele Hochschulen nutzen weiterhin ihre nationalen Notenskalen, wie zum Beispiel die deutsche 1,0–5,0 Skala, und ergänzen diese lediglich durch ECTS-Angaben oder Umrechnungstabellen. Dadurch dient die ECTS-Notenskala häufig eher als zusätzliche Orientierungshilfe für internationale Vergleiche, insbesondere bei Bewerbungen oder Hochschulwechseln im Ausland.

Ein zentrales Ziel des ECTS ist die internationale Vergleichbarkeit von Studienleistungen. Hochschulen können anhand der ECTS-Punkte besser einschätzen, welchen Umfang und welches Niveau ein Modul hatte. Das erleichtert:

  • die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland
  • den Wechsel zwischen Hochschulen
  • internationale Studienprogramme

Wichtig ist: ECTS-Punkte geben keine Auskunft über die Qualität oder Schwierigkeit eines Moduls. Sie messen ausschließlich den durchschnittlichen Arbeitsaufwand, der notwendig ist, um die Lernziele zu erreichen.

FAQ

Ein Bachelorstudium umfasst normalerweise 180 bis 240 ECTS-Punkte, je nach Studiengang und Hochschule. Diese verteilen sich meist auf eine Studiendauer von drei bis vier Jahren.

Ein Masterstudium umfasst üblicherweise zwischen 60 und 120 ECTS-Punkten. In Kombination mit einem Bachelorstudium ergibt sich damit insgesamt häufig ein Umfang von rund 300 ECTS-Punkten für beide Studienabschlüsse zusammen.

ECTS-Punkte werden für erfolgreich abgeschlossene Module vergeben. Ein Modul gilt als bestanden, wenn alle vorgesehenen Prüfungsleistungen (z. B. Klausuren, Hausarbeiten oder Projekte) erfolgreich absolviert wurden.

Nein, das ECTS wird in fast allen Ländern des europäischen Hochschulraums eingesetzt. Es ist ein gemeinsamer Standard, der den internationalen Austausch und die Anerkennung von Studienleistungen erleichtert.

ECTS-Punkte geben den Arbeitsaufwand eines Moduls an, nicht die Leistung selbst. Noten bewerten hingegen die Qualität der erbrachten Prüfungsleistung.

Im Ausland helfen ECTS-Punkte dabei, Studienleistungen leichter anzuerkennen. Dadurch können Studierende einfacher zwischen Hochschulen wechseln oder ein Auslandssemester absolvieren, ohne Leistungen zu verlieren.

Nein, bereits erworbene ECTS-Punkte bleiben dauerhaft bestehen. Sie werden jedoch nur vergeben, wenn eine Prüfungsleistung erfolgreich bestanden wurde.

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