Potentiale erkennen, fördern und entwickeln - Institut für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung (IWK) der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) führt Tagung zu Potentialanalysen und Kompetenzchecks durch

Ausbildung oder Studium? Zahnarzt oder Versicherungsmakler? Wer seine Stärken kennt, hat einen besseren Blick auf seine Entscheidungs- und Handlungskompetenz – ein wichtiger Faktor bei der Berufs- und Studienwahl. Um Potentiale frühzeitig zu erkennen, zu fördern und zu entwickeln, werden teilweise flächendeckend Potentialanalysen als ein erster Baustein im Bereich der Berufsorientierung durchgeführt. Eine hohe Verbreitung lässt dabei aber keine Rückschlüsse auf eine hohe Akzeptanz, gelingende und reibungslose Durchführung oder auf positive Effekte der Verfahren zu.

Das Institut für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung (IWK) hat am vergangenen Dienstag eine Fachtagung für Anbieter und Anwender von Kompetenzfeststellungsverfahren unter dem Titel „Potentialanalysen, Kompetenzchecks & Co. – Tipps, Tools und Trends“ durchgeführt. Institutsleiter Prof. Dr. Tim Brüggemann widerlegte gleich zu Beginn den Irrglauben „viel hilft viel“ in der Berufsorientierung: „Vielmehr müssen wir darauf achten, dass die Jugendlichen eine individuelle Förderung durch passgenaue Lerngelegenheiten, Beratung und Diagnostik erhalten.“ Das würde auch den berühmten „Matthäus-Effekt“ beziehungsweise den „Scheren-Effekt“ verhindern. Brüggemann: „Vorbereitete Schüler profitieren in besonderem Maße, unvorbereitete Schüler können hingegen sogar Rückschritte machen.“

Ähnlich sieht das auch Carolin Kunert vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): „Es kommt nicht darauf an, ob ein Schüler am Berufsorientierungsprogramm teilgenommen hat, sondern wie er das Angebot annimmt. Dies ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren.“ Interessante Einblicke in Kompetenzfeststellungsverfahren konnte Manuel Epker, Geschäftsführer des Instituts für Bildungskooperation (IfBk) geben. Mit dem „Peak us“- Verfahren betreute der Firmengründer mit seinen Mitarbeitern mittlerweile über 70.000 Schüler. Für ihn steht fest: „Masse muss nicht im Widerspruch zu Klasse stehen.“ Anschließend präsentierte er den rund 60 Teilnehmern Tipps und Tricks und gab Einblicke zu seinem Verfahren. Zu guter Letzt wurde die Vortragsrunde von Dr. Katja Driesel-Lange beendet. Die Geschäftsführerin des Zentrums für Berufsorientierungs- und Berufsverlaufsforschung (ZBB) stellte ihre Erkenntnisse zur Aktivierung und Einbindung von Schule unter Berücksichtigung spezifischer Zielgruppen vor.

Abgerundet wurde die Fachtagung durch eine angeregte Diskussion unter den Teilnehmern sowie mit den Referenten. Zudem gab es verschiedene Möglichkeiten des Ausprobierens mehrerer Verfahren, darunter beispielsweise die Talentmodule der Talentfabrik aus Hille.

Übrigens: Mit seinem Gütesiegel „Qualitätscheck – Scientific Proof“ zertifiziert und prüft das IWK mit einem wissenschaftlichen Vier-Schritte-Verfahren die Qualität von Potentialanalysen, Weiterbildungsmaßnahmen oder anderen Instrumenten zur Kompetenzfeststellung. Mit ihrem Verfahren „PiA – Potenziale im [Augen]Blick“ hat die SBH West GmbH ein solches Verfahren durch das IWK erfolgreich prüfen lassen. Während der Tagung erhielten Geschäftsführer Peter Niemann sowie Produktmanager Markus Ebel stellvertretend das Gütesiegel überreicht.

Eine Video-Zusammenfassung der Tagung finden Sie hier.

FHM-Geschäftsführer Prof. Dr. habil. Merk (rechts) mit den Referenten Prof. Dr. Tim Brüggemann, Dr. Katja Driesel-Lange, Manuel Epker und Carolin Kunert (von links).

Prof. Dr. Tim Brüggemann erklärt den Teilnehmern, dass der Matthäus-Effekt verhindert werden muss.

Manuel Epker präsentiert sein Verfahren "Peak us" und gibt hilfreiche Tipps und Tricks.

Carolin Kunert gibt den rund 60 Gästen Einblicke aus ihrer Arbeit beim Bundesinstitut für Berufsbildung.

FHM-Geschäftsführer Prof. Dr. habil. Merk übergibt zusammen mit Prof. Dr. Tim Brüggemann und Sonja Schmitz das Gütesiegel "Qualitätscheck - Scientific Proof" an Peter Niemann, Geschäftsführer der SBH West sowie an Produktmanager Markus Ebel.