FHM mit starkem Auftritt zur ITB

Das Forum „Tourismus und Migration“ am 07. März 2018 stellte unter der Moderation von Prof. Dr. Ulrike Fergen (Fachhochschule des Mittelstands) und Prof. Dr. Heike Bähre (iNTEGRON – Institut für Tourismus und Kommunikation) aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus. Die entsprechend passende Plattform dazu bot die weltweit größte Touristikfachmesse – die alljährlich stattfindende ITB in Berlin.

Das Programm des zweistündigen Forums war bunt gestaltet und bot verschiedene Perspektiven auf Migration und Tourismus. Den Auftakt bildete eine Präsentation der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), in der Prof. Dr. Ulrike Fergen und Pia Winkler M.A. die beiden international vielbeachteten EU-Forschungsprojekte „Job to stay“ und „New Challenges New Answers (NCNA) vorstellten. Themenschwerpunkt war die Frage, wie sich auf der Basis des europäischen Qualifikationsrahmens für akademische und nichtakademische Berufe (ECVET) Kompetenzen von Migranten und Flüchtlingen messen lassen, um diese besser und schneller in den europäischen, insbesondere den deutschen Arbeitsmarkt integrieren zu können. Die Tourismus-Branche spielt dabei in beiden Projekten eine besondere Rolle, da sie bereits von Multikulturalität geprägt ist.

Dies wurde auch in der anschließenden Key-Note von Oliver Winter, Geschäftsführer der A&O Hotels und Hostels, deutlich, der von 38 Nationalitäten im eigenen Unternehmen berichtete. Er betonte die Möglichkeiten und Vorteile, die die Integration von Migranten und insbesondere auch Flüchtlingen für die Hotellerie mit sich bringen. Neben dem interkulturellen Erfahrungsaustausch und dem Perspektivwechsel für eigene Mitarbeiter, machte Oliver Winter noch einmal deutlich, dass es im Arbeitsumfeld in den meisten Fällen gar keine erhebliche Rolle spiele, aus welchen Ländern die Mitarbeiter stammen. Insbesondere der IT-Bereich sei im Unternehmen vornehmlich mit ausländischen Spitzenkräften besetzt, sodass die Nationalität meist kein Entscheidungskriterium für oder gegen eine Einstellung darstelle.

Das Bild bestätigte sich auch in der folgenden Podiumsdiskussion, in der Oliver Winter von seiner Hausleiterin des A&O Hotel and Hostel Venedig Roberta De Lucia begleitet wurde. Sie begann ihre Ausbildung in Dresden und erarbeitete sich dank verschiedener Förderprogramme im Unternehmen die Stelle als Hausleiterin des neuen Hotels in Venedig. Giancarlo Bethke, Geschäftsführer der Ahorn-Hotels & Resorts, blickte jedoch auch kritisch auf den Umgang mit Migranten. Jeder internationale Austausch berge auch immer wieder bürokratische Hürden, die es für Unternehmen zu überwinden gelte. Diese kennt auch der Geschäftsführer des IHK-Bildungszentrums Frankfurt (Oder), Peter Wölffling, zur Genüge. Mit seinem Team arbeitet er an vielen Projekten, die dazu dienen, Flüchtlinge schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das ECVET-System ist dabei nur eine Hilfestellung, es kommt vor allem auf die Flexibilität der Praxis an. Damit kannte sich auch Dr. Michael Schwaiger, Geschäftsführer des E.N.T.E.R.-Netzwerks aus, der die interkulturellen Differenzen zwischen verschiedenen Nationalitäten nach verschiedensten Erfahrungen nachvollziehen konnte.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrike Fergen waren sich aber alle Teilnehmer des Podiums einig, dass Migration in der Tourismusbranche bereits seit Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Vielfalt beiträgt und die Industrie davon lebt, mit verschiedenen Menschen in Austausch zu kommen. Prof. Dr. Heike Bähre, die das Podium moderierte, konnte diese Quintessenz mit der Schlussrunde noch einmal zur Sprache bringen.

Eine weitere internationale Perspektive brachte schließlich noch Prof. Dr. Carmen Chasovschi, Universität Stefan cel Mare, mit dem Beispiel der rumänischen Bucovina. Sie zeigte deutlich die ausländischen Einflüsse auf die traditionelle Bauweise der Rumänen und den gegenseitigen Anpassungsprozess der Kulturen.

Beim abschließenden Get-Together in der YIG Lounge konnten dann Publikum und Redner noch einmal miteinander ins Gespräch kommen. Noch offene Fragen konnten somit noch beantwortet und Diskussionen weitergeführt werden.

Unterstützt wurden die beiden Professorinnen vor, während und nach der Veranstaltung hauptsächlich von den Studierenden der FHM. Der Studiengang Hotel- und Tourismusmanagement 15 begleitete Prof. Dr. Ulrike Fergen zur ITB. Einige Studierende betreuten dabei sowohl die Redner, als auch die Moderatoren in ihren Aufgaben. Die Messe konnten die Studierenden dann ebenfalls für Fachvorträge, zum Netzwerken, aber auch zum Ausbau ihrer fachlichen Kompetenzen nutzen. Sicher werden sie die Darstellung der Destinationen kritisch betrachtet und aufmerksam beobachtet haben. Die Exkursion nach Berlin wurde für die Studierenden hinzu durch eine Führung durch das Historische Archiv zum Tourismus am 08. März 2018 mit Prof. Dr. Hasso Spode untermauert. So konnten alle Beteiligten einen umfassenden Einblick in die aktuellen, aber auch vergangenen Ereignisse der Tourismus-Branche erhalten.

"MV tut gut"- so sehen das auch Studierende des HTM 15