EXPERT.CIRCLE mit Andy Fuchs: Employer Branding beim TÜV Rheinland

Andy Fuchs verantwortet als Personalmarketingleitung das Arbeitgeberimage von TÜV Rheinland. Am Mittwoch referierte der Experte in der FHM Köln über die Markenbildung als Arbeitgeber. Die Studierenden durften hinter die Kulissen des Prüfdienstleisters blicken. 

Per Definition sei das „Employer Branding“ – ein strategischer Prozess der Markenbildung. Dieser Begriff sei jedoch inflationär in Gebrauch. Personalmarketing sei hingegen das Set an Maßnahmen, um die Arbeitgebermarke zu positionieren, erklärt der Experte.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung entführte der Referent die Gasthörer auf eine kleine Zeitreise und zeigte den Zuschauern die Meilensteine auf den Weg zur Arbeitgebermarke. Das Bewusstsein für „Employer Branding“ habe in Deutschland ab 2005 eingesetzt, als „Hemd und Krawatte“ noch die Werbeanzeigen des technischen Überwachungsvereins zierten. Grund dafür sei der spürbargewordene Fachkräftemangel und wachsende Wettbewerb gewesen, meint Fuchs.

Wer kennt Sie nicht, die illustrierten Anzeigen mit den Standard-Bildern lachender Mitarbeiter? So sah lange Zeit die Realität des „Employer Brandings“ aus. Diese Zeiten habe es auch beim TÜV Rheinland gegeben, als die Layouts noch austauschbar und nichtssagend gewesen seien, so der Referent wohlwollend.

Heute sei die Arbeitgebermarke mit dem Ankerthema: „Gründlichkeit“ präziser aufgestellt, freut sich Fuchs. “Klingt unsexy, ist aber für den TÜV Rheinland eine Punktlandung“, so der Marketingexperte, denn es sei die „Gründlichkeit“ für die der TÜV Rheinland als Arbeitgeber stehe. Für den Aufbau der Arbeitgebermarke sei es wichtig gewesen, die Mitarbeiter frühzeitig in den Employer Branding Prozess einzubinden und eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen, erklärt der Experte. Unternehmen müssten aber auch verstärkt auf die Wünsche der Bewerber eingehen: „Was wollen die Bewerber - Einen Dienstwagen?“, fragt Fuchs in die Runde. Mit einem Dienstwagen könnten Unternehmen die Bewerber kaum locken, antwortet er. Ein Dienstwagen in der Großstadt? Beim TÜV Rheinland gäbe es jetzt ein Dienstfahrrad, schmunzelt der Referent.

Die Bewerber und Bewerberinnen müssten frühzeitig positive Erlebnisse mit dem Unternehmen verbinden. Fuchs erklärt, dass lange Anmeldungsprozeduren und Bewerbungsprozesse nicht „State oft the Art“ seien und ein Relaunch der Karriereseite zwingend nötig gewesen sei. Die gelaunchte Karriereseite sei endlich bewerberfreundlich, berichtet Fuchs ganz stolz. Besonders stolz ist Fuchs auf die direkte Stellenbörse auf der Startseite, den vereinfachten Bewerbungsprozess und der starken Zielgruppenorientierung.

Auf den Weg zur Arbeitgebermarke hat sich beim TÜV Rheinland in den letzten Jahren viel getan. Der Prüfdienstleister rückt seine Arbeitgebermarke immer mehr in Richtung „State oft the Art“. Die FHM Köln ist gespannt, mit welchen Kreativkonzepten das Marketingteam die Arbeitgebermarke künftig positioniert.

Wir bedanken uns für den gelungenen EXPERT.CIRCLE. 

Andy Fuchs ist beim TÜV Rheinland Teamleiter im Bereich Personalmarketing. Beim EXPERT.CIRCLE zeigt der Referent anhand von Praxisbeispielen, wie sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber positionieren.