Zu Besuch in der DPA-Zentrale: FHM-Studierende schauen Agenturjournalisten über die Schulter

Agenturjournalisten haben eine exklusive Stellung im Nachrichtenjournalismus. Sie müssen mit ihren Meldungen die Schnellsten und die Korrektesten sein. Vor dem Hintergrund des digitalen Medienwandels fordern die dpa-Kunden aber auch immer mehr Hintergrund. Eine Herkulesarbeit im Minutentakt, die sich FHM-Studierende in der Berliner Zentralredaktion der Deutschen Presse Agentur genauer angesehen haben.

BERLIN – Schickt Putin Kampfjets nach Syrien? Wie hat Schäuble im Wortlaut die Wahl der neuen Regierung in Griechenland kommentiert? Wird Effenberg wirklich Trainer in Paderborn? Beispiele für Fragen, die Journalisten in ihren jeweiligen Medien tagtäglich unter hohem Zeitdruck und professionell aufbereitet beantworten müssen. Wichtig sind dabei Nachrichtenagenturen, die für Zeitungen, Fernsehsender oder Hörfunkstationen als Nachrichtenzulieferer von hoher Notwendigkeit sind um die redaktionellen Herausforderungen tatsächlich meistern zu können. Die wichtigste deutsche Nachrichtenagentur ist die Deutsche Presse Agentur (dpa), die ihren Hauptsitz in Berlin hat. Die Studiengruppe MJ35 der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) hat im Zuge ihres Moduls Printjournalismus zusammen mit dem Leiter des Instituts für Sportkommunikation (IfS), Prof. Dr. Marcus Bölz, das zentrale Newsdesk der dpa in Berlin besucht, sich intensiv mit dem redaktionellen Workflow der Großredaktion auseinandergesetzt und dpa-Redakteur Patrick Neumann im Anschluss an die Redaktionsbesichtigung befragt.

Dabei auffällig: Die Arbeit der Agenturjournalisten wandelt sich. 1200 Mitarbeiter sind weltweit für dpa im Einsatz. Die dpa-Journalisten schreiben im Schnitt am Tag etwa 220 000 Wörter, die Fotoredakteure verwalten eine Bilddatenbank von etwa 16 Millionen Pressefotos. Selbstverständlich spielt dabei die nachrichtliche Aktualität und Korrektheit auch weiter eine zentrale Rolle. Aber die Kunden der dpa fordern auch zunehmend, dass die Agenturjournalisten die Nachrichten inhaltlich einordnen und neben der puren Nachricht Hintergründe liefern. Dies führt zu flexibleren Modellen, die 1200 Mitarbeiter redaktionell zu führen. Dies führt auch zu einem differenzierten Blick auf das, was als journalistische Qualität im Strudel des Nachrichtengeschenes  gilt.

Die Studierenden reflektierten diese Umwälzungen und erarbeiteten im Gespräch mit dpa-Redakteur Neumann zudem, wie sich das Berufsbild des Journalisten insgesamt wandelt – und warum der Beruf trotz allem Veränderungsdruck immer noch ein Traumberuf ist.