Zahlreiche Ärzte, Physiotherapeuten und Trainer zu Gast am FHM Campus Bamberg beim Symposium Muskel-Sehnen-Verletzungen im Sport

Am Mittwoch, den 23.11.16 konnte die FHM Bamberg im Rahmen eines Symposiums in Kooperation mit der SozialStiftung Bamberg insegsamt ca. 110 Ärzte, Orthopäden, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, Trainer und weitere Experten der Gesundheitswirtschaft aus ganz Franken am Campus begrüßen. Unter dem dem Thema "Muskel-Sehnen-Verletzungen im Sport" wurden unterschiedlichste Aspekte der Thematik von hochkarätigen Referenten erörtert.

Zu Beginn begrüßten Prof. Dr. Karanikas, sowie Prof. Dr. med. Schöffl, Leiter des Zentrums interdisziplinäre Sportmedizin und Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft Sportklettern, die zahlreichen Interessierten und erläuterten erste Fragestellungen zum Thema therapeutische Behandlung von Sportverletzungen.

Im Fokus des ersten Vortrags des Abends von Prof. Dr. med. Schöffl stand die evidenzbasierte Näherung zum Thema Muskelverletzungen im Sport. Dabei strukturierte Prof. Schöffl die Muskelheilung nach einer Verletzung in drei deutlich abzugrenzende Phasen: Destruktions-, Reparatur- und Remodellierungsphase. Je nach Phase gilt es unterschiedliche Behandlungsmethoden zu wählen und anzuwenden. Dr. med. Ronny Pfefferkorn, Assistenzarzt für Orhtopädie und Unfallchirurgie Bamberg, konretisierte die Thematik und ging explizit auf Spezifikationen von Muskelverletzungen im Fußball ein.

Prof. Dr. Michael Kunz, Professor für Präventionsmanagement und Gesundheitsförderung der Fachhochschule des Mittelstands, näherte sich dem Thema aus einer anderen Richtung. Sein Vortrag fokussierte weniger die sportmedizinische, als die therapeutische Perspektive. Ziel war es hierbei, die Wirksamkeit diverser physiotherapeutischer Maßnahmen, wie Ultraschall, Elektrotherapie, Thermoanwendungen oder auch Lasertherapie, bei Muskel-Sehnen-Verletzungen zu erläutern. Spannenderweise konnte ein effektiver Beitrag zu Regenerationsprozessen hier wissenschaftlich ausschließlich bei manuellen Maßnahmen und bei Ultraschalltherapie nachgewiesen werden.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Teilnehmer bei hervorragender Verpflegung an verschiedenen Ständen beipsielsweise über EMG-Diagnostik zur Analyse des Muskelsystems oder den neuen FHM-Masterstudiengang Mikronährstofftherapie und Regulationsmedizin informieren konnten, läutete der Vortrag von Prof. Dr. Konstantin Karanikas zum Thema "Adaptionsfähigkeiten des Muskel-Sehne-Komplexes" den zweiten Teil der Veranstaltung ein. Prof. Karanikas ging hier intensiv auf mechanische Stimuli und deren Auswirkungen ein und zeigte beispielsweise auf, was im Muskel konkret bei mechanischer Beanspruchung vorgeht. Hieraus zog Prof. Karanikas klare Handlungsempfehlungen für die Trainings- und Therapiepraxis. 

Das aktuell boomende Sportklettern und Bouldern war Basis der Präsentation von Dr. med. Christoph Lutter. Im Klettersport gibt es eine besondere Klettertechnik, unter dem Namen "hooken" bekannt, die zu gänzlich ungewöhnlichen Belastungen des Muskel-Sehnen-Komplexes im Fuß-, Bein- und Kniebereich führt. Die Diagnose und Behandlungen dieser Hookverletzungen im Klettersport erläuterte Dr. Lutter ausführlich und zeigte dabei auch therapeutische Möglichkeiten auf.

Den zunehmenden Einsatz von Technik in Prävention und Therapie zeigte danach Frau Julia Derbfuß in beeindruckender Weise auf. Die Lauftechniktrainerin von saludis, deren sportmedizinische Abteilung umfassend Lesitungsdiagnostik für Spitzen- und Breitensportler durchführt, veranschaulichte den Einsatz von videotypischen Bewegungsanalysen bei muskulären Ansteuerungsdefiziten im Laufsport. Per Videoanalyse kann man so z.B. genau erkennen, welche Fehlstellungen zu einem fehlerhaften Laufstil führen, der wiederum unnötige Belastungsspitzen verursacht.

Den Abschluss der Vortragsreihe vollzog Bodo Schrödel, Orthopädietechnik-Meister und Geschäftsführer des mediteam Gesundheitszentrums. Das Unternehmen bietet teil individuell angepasste Orthopädielösungen, sowie Prothetik und Rehatechnik an. Dementsprechend konnte Herr Schrödel einen hautnahen Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen orthopädietechnischer Versorgung im Sport bieten. Vor allem der Einsatz genannter Produkte im Spitzensport zur Leistungssteigerung oder Nachversorgung  stellte sich als äußerst spannend dar.

Insgesamt können FHM und SozialStiftung Bamberg auf eine durchweg gelungene und hervorragend angenommene Veranstaltung mit spannenden Vorträgen und intensivem interkollegialen Austausch zurückblicken, die im kommenden Jahr sicherlich eine Wiederholung erfahren wird. Ein besonderer Dank gilt neben den Teilnehmern auch den Unterstützern des Symposiums aus der Industrie: SinfoMed, MTV Bamberg, Magnesia Kletter-Seil-Erlebnispark und mediteam!