Rückblick zum Gründer.Montag des IUG am 4. Juli 2016 im Denkwerk in Herford

Thema des GRÜNDER.MONTAGS in Herford war die Frage „Gründen oder Nachfolgen“. Beide Bereiche verbindet der Entrepreneur, der Unternehmer. Unglücklicherweise war Unternehmerbild ist in junger Vergangenheit nicht positiv belegt, jedoch zeichnet sich ein Strukturwandel ab und zwar: die Wiederentdeckung des Unternehmers im Sinne des Entrepreneurs und als Leistungsträger und Vorbild der Gesellschaft, mit der Erwartung der Schaffung von neuen, wachstumsorientierten und innovativen Arbeitsplätzen. Diese Thematik wurde hervorragend durch die Referenten des Abends unterschiedlich beleuchtet.

Sebastion Borek, CEO der Founders Foundation, mit seiner Botschaft „Gründen ist das Maß der Dinge“, denn die digitale Wirtschaft gehört zu den innovativsten Branchen überhaupt. Sie entwickelt sich überaus dynamisch, getrieben durch zahlreiche Trends in Technologien, Märkten, Veränderungen von Kundenbedürfnissen etc., eben ein Hype für digitale Startups.

Auf die steuerrechtlichen und gesellschaftsrechtlichen Phänomene von Ausgründungen ging Thomas Lang ein, Rechtsanwalt, Notar und Lehrbeauftragter an der FHM. Insbesondere die haftungsrechtlichen Probleme, die durch die Auswahl der Rechtsform einer Ausgründung unterschiedlich intensiv zum tragen kommen waren Schwerpunkt seiner Ausführungen. Und dann noch ein wichtiger Hinweis für Teambildungen: Gleiche Gesellschaftsanteile sind im Fall einer Trennung ausgesprochen problematisch. Dies gilt sowohl für Ausgründungen als auch für die Übernahme von Unternehmen, sei es durch MBO oder durch MBI: häufig kommt es auch hier zu neuen Portfoliokonzepten und dadurch auch zu neuen oder veränderten Rechtsformen.

Die Unternehmerpersönlichkeit zu nutzen, um ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen war die Kernbotschaft von Steffen Bolz, Vorstandvorsitzender des Deutschen Instituts für Unternehmensnachfolge. Durch rechtzeitige Vorbereitungsmaßnahmen lässt sich verhindern, dass einzelne Optionen von Beginn an ausgeschlossen sind: Rechtzeitig eingeführte Beteiligungspläne für das Management ermöglichen ein MBO, welches sonst nicht finanzierbar wäre. Ausreichend privates Vermögen ermöglicht es Nachkommen gleich zu behandeln und trotzdem das Eigentum an der Unternehmung in eine Hand zu geben. Fest steht, dass die kreative und innovative Heransgehensweise an die Entwicklung eines Unternehmens setzt nicht nur Fachkompetenz, sondern auch intrinsische Motivation voraus und somit erfolgreiche Übernahme von “Führer und Eignerlosen” Unternehmen.

Die zusammenfassende Bewertung erfolgte durch den Gastgeber und mehrfachen Gründer Oliver Flaskämper. "How can we know the dancer from the dance?" Soll heißen, dass es kaum möglich ist herauszufinden, welche Rolle die Person und vor allem die Persönlichkeit des Unternehmers – also des Gründers oder des Nachfolgers - in dem gesamten, vielschichtigen unternehmerischen Prozess spielt. Reizvoll bleibt natürlich die Gestaltung, der Einfluss und die Beeinflussung von unbekannten Terrain. Dies scheint – so Oliver Flaskämper – im Gründungsbereich eher umsetzbar zu sein. Der GRÜNDER.MONTAG wurde wieder durch Professor Bernd Seel moderiert.

Teilnehmer:

1) Sebastian Borek, CEO der Founders Foundation, Bertelsmann-Stiftung, Startup Coach, Angel Investor und Serial Entrepreneur. In den letzten Jahren hat er mehrere Unternehmen aufgebaut und geleitet und unterstützt Unternehmer-Talente in der Startup Szene. Er ist leidenschaftlich für Innovationen und die Entwicklung und Vernetzung von Menschen

2) Thomas Lang, Rechtsanwalt und Notar, Lehrbeauftragter für Steuerrecht, Ansprechpartner für steuer- und rechtliche Fragen von Ausgründungen

3) Steffen Bolz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Institutes für Unternehmensnachfolge und  geschäftsführender Gesellschafter der Westfalenfinanz GmbH in Dortmund

4) Oliver Flaskämper, Gründer, Eigner, Gesellschaft, Motivator, Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsmandate

5) Prof. Bernd Seel, Leiter des Instituts für Unternehmensgründung und Nachfolgemanagement (IUG) an der FHM Bielefeld, Moderation

v.l.n.r.: Prof. Bernd Seel, Steffen Bolz, Thomas Lang, Oliver Flaskämper, Sebastian Borek