Praktikum zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer

Im Zeitraum Februar bis Mai 2016 ging es für unseren Studienjahrgang Hotel- und Tourismusmanagement der FHM Schwerin in das vier monatige Managementpraktikum.
Laudine und mich zog es in ein unbekanntes fernes Land. Trotz Zweifel bezüglich Ausland für das anstehende Managementpraktikum, empfahl uns unser Studiengangsleiter Prof. Dr. Gerald Wetzel Georgien. Denn es ist ein Land, welches ihm ganz besonders am Herzen liegt.

Georgien – Ein Land mit unbegrenzten touristischen Möglichkeiten!
Berge, Flüsse, Seen, das schwarze Meer, Nationalparks, Kirchenkunst und die herzliche Gastfreundschaft machen dieses Land für Touristen unvergesslich. Georgien bietet auf kleinstem Raum eine Vielzahl landschaftlicher Reize. Schon nach kurzer Zeit wird einem bewusst wie wahr eine georgische Legende sein mag:
„ Als Gott das Land an die Völker verteilte, verspäteten sich die Georgier. Zuerst zürnte der Herr, denn alles Land war bereits verteilt. Doch die Fröhlichkeit und der Charme der Georgier versöhnten ihn und er schenkte ihnen den paradiesischen Flecken Erde, den er eigentlich sich selbst vorbehalten hatte.“

Mit Vorfreude und einer Menge Zweifel im Hinterkopf begann unsere Reise früh morgens am Hamburger Flughafen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Istanbul kamen wir unserem Ziel Batumi näher. Dort angekommen beeindruckte uns die Hauptstadt von Adscharien bereits mit weißen Schneegipfeln auf der einen Seite und mit Palmen und dem Schwarzen Meer auf der anderen Seite. Prof. Dr. Gerald Wetzel hatte uns im Vorhinein den Kontakt zu der Tourismusfakultät der Shota Rustaveli State University Batumi gelegt, von der uns zwei Mitarbeiter freudestrahlend empfingen und die Situation als „historischen Moment“ bezeichneten. Nachdem wir einen georgischen Wein als Begrüßung bekommen hatten, zeigten uns die beiden die Stadt, die Wohnung, den Praktikumsbetrieb und zu guter Letzt fanden wir uns an einem prall gefüllten Tisch mit georgischen Spezialitäten wieder. Im Laufe der Zeit lernten wir diese georgische Tradition, welche als Supra bezeichnet wird, sehr zu schätzen. Was die Gastfreundschaft und Kulinarik in Gesellschaft anbelangt, ist dieses Land einigen voraus.

Keiner unserer Zweifel hatte sich bestätigt und wir blickten positiv dem Start in unserem Praktikumsbetrieb das Hilton Batumi entgegen.
Bereits das erste Treffen mit der Human Resources Managerin übertraf unsere Wünsche und Vorstellungen. Als Praktikant in deutschen Hotels war es bislang doch relativ schwer in die Abteilungen des Top Managements zu gelangen. Im Hilton in Georgien durften wir alle Wünsche äußern und schnell waren unsere Wochen mit sämtlichen Managementabteilungen gefüllt. In jeder Abteilung bekamen wir eine Einführung, welche Vorgaben und Richtlinien Hilton Worldwide vorgibt und jeder der Mitarbeiter erklärte seine Aufgaben. Alle Fragen unsererseits waren gerne gesehen und die Offenheit gegenüber uns war von allen Seiten zu spüren. Nach nur drei Tagen waren wir im Team verankert, konnten unsere Meinung äußern und an Teamevents teilnehmen. Nachdem wir in allen Abteilungen einen Überblick über die Aufgaben und Positionen bekommen hatten, wechselten wir für vier Wochen den Praktikumsbetrieb und gingen zur Tourismuszentrale von Batumi. Hier sollten wir neben deren Aufgaben auch Land, Leute und Kultur des Landes kennenlernen. Bereits in den ersten Wochen merkten wir, dass kreative Ideen dort gerne gesehen wurden und so entwickelten wir Touren, Touren, Touren. Schnell bekamen wir für diese Leistung Anerkennung und erwarten gespannt die Verkaufszahlen in den Sommermonaten. Nach einem kurzen Zwischenstopp in den Touristinformationen werden wir für drei Wochen in das Hilton Batumi zurückkehren, um in einer Abteilung unserer Wahl tiefere Einblicke zu erlangen. Insgesamt zeigte uns dieses Praktikum, dass Georgien ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sowohl im touristischer, kulinarischer als auch in beruflicher Hinsicht ist. Wir freuen uns diese Eindrücke den deutschen Studenten näher zu bringen und bedanken uns bei unserem Studiengangsleiter Prof. Dr. Gerald Wetzel für diese lehrreiche Zeit. 

Text: Christin Wrogemann (HTM 14)