Kira Bejaoui - FHM-Alumna und erfolgreiche Bloggerin

Blogbeitrag auf callmeshopaholic.de (Originaltitel: Mein Studium an der FHM, Praktika & Co)

Die häufigste Frage, die ihr mir stellt, ist nicht, wo ich am liebsten shoppen gehe oder welche Haarpflege ich benutze, sondern es ist die Frage nach meinem Studium. Ich kann das verstehen, auch ich habe nach dem Abitur ewig überlegt was ich studieren soll und was das Richtige für mich sein könnte. Denn auf der Suche nach dem richtigen Studienplatz sollte man nicht nur daran denken, ob der Studiengang zu einem passt und Spaß macht, sondern auch was man damit später machen kann.

Wie habe ich den richtigen Studiengang für mich gefunden?

Seit der Oberstufe wollte ich  immer „irgendwas mit Medien machen“. Ich schreibe gerne, bin kommunikativ und weltoffen, ich würde sagen ich habe ein Organisationstalent, habe gerne mit Menschen zutun und bin stressresistent. Außerdem bin ich Internet und Social-Media-affin und informiere mich gerne über Trends & Co. Auch hatte ich nichts gegen einen abwechslungsreichen Arbeitstag, brauche nicht unbedingt immer 9 to 5 Arbeitszeiten und mag kreatives Arbeiten lieber als stumpfes Abarbeiten. Also habe ich sehr viel recherchiert und mir verschiedene Studiengänge angeguckt. Schnell wurde klar, dass es für mich wohl auf eine private Universität hinauslaufen würde. Die Studiengänge an staatlichen Universitäten waren mir entweder zu theoretisch, zu vage formuliert oder der NC war zu hoch.

Nachdem ich mich über die Fülle der privaten Hochschulen in Deutschland informiert hatte, ist mein Interesse irgendwann an der FHM hängen geblieben. Die Fachhochschule des Mittelstands hat ihren Hauptsitz in meiner Heimatstadt Bielefeld und ansonsten Standorte in Köln, Berlin, Bamberg, Hannover, Rostock, Schwerin und Pulheim. Schnell war für mich klar, dass es Köln sein sollte. Ich wollte aus Bielefeld raus und Berlin war mir zu groß, außerdem haben mich Köln und Düsseldorf schon immer angezogen.

Nachdem ich mir die Hochschule mit meinen Eltern angeschaut und ein Studienberatung an der FHM in Anspruch genommen hatte, habe ich mich für das Auswahlverfahren für den Bachelorstudiengang Medienkommunikation & Journalismus angemeldet. Denn an der FHM werden die Studenten nicht nach NC ausgesucht, sondern mit Hilfe eines Auswahlverfahrens. Das finde ich bei den Studiengängen die angeboten werden auch sinnvoll, da das Studium an der FHM praktisch orientiert ist und man solche Talente meiner Meinung nach schlecht an Noten messen kann. Ihr braucht aber keine Angst vor dem Test zu haben, ihr interessiert  euch ja nicht umsonst  für so einen Studienfach und werdet nicht völlig fachfremd sein, wenn ihr das Auswahlverfahren machen möchtet. Und dann schafft ihr die Test auf jeden Fall.

Mein Bachelorstudiengang Medienkommunikation & Journalismus

In meinem Bachelor habe ich zunächst einmal gelernt, wie man zum Beispiel eine Pressemitteilung oder Reportage schreibt,  wie ein Fernsehbeitrag produziert wird und wie eine Radiosendung entsteht. Außerdem stand Moderation auf dem Stundenplan, die Entwicklung von Social Media Kampagnen & Crossmedialen Konzepten, Wirtschaftsenglisch, Medien & Presserecht und PR. Man hat aber auch Fächer wie BWL und VWL, Medienwirtschaft und Marketing & Vertrieb. Durch BWL & Co habe ich mich ziemlich gequält, ich finde die Mischung aus Theorie und Praxis und eben auch wirtschaftlichen Fächern aber trotzdem sinnvoll. Es ist einfach wichtig, dass man nach dem Bachelor auch eine gewisse Wirtschaftskompetenz hat. Man arbeitet an der FHM viel in Gruppen, hat einige praktische Projekte und schreibt relativ viele Hausarbeiten. Aber genauso gibt es Fächer und Klausuren für die man viel lernen muss.

Außerdem beinhalten die 3 Jahre Bachelor-Studium ein sechsmonatiges Studium in der Praxis, also ein Praktikum. Ich habe meins aufgeteilt und die Hälfte bei einer PR Agentur in Köln gemacht und die andere Hälfte bei Gruner & Jahr in Hamburg ( wer es nicht kennt – ein großer Verlag für Zeitschriften & Co). Nach dem Praktikum bin ich viel motivierter zurück in die Uni gekommen, da ich endlich REALEN Praxisbezug kennen gelernt habe und mir vorstellen konnte, was man mit dem Studium danach beruflich machen kann. Meine Kommilitonen haben sich aber alle in verschiedenen Richtungen entwickelt.  Einige sind beim Fernsehen, in PR Agenturen, in der Unternehmenskommunikation, bei Radiosendern, in Redaktionen (Zeitungen/Zeitschriften, aber auch Online-Redaktionen) und ich bin Blogger, haha.

Aber tatsächlich ist die Quote der Studenten die sich während oder nach der Uni selbstständig machen an der FHM recht hoch. Für mich war das während des Bachelors aber noch gar nicht relevant, da ich erst am Ende meines Bachelors angefangen habe zu Bloggen und eher in einer PR Agentur,  Moderedaktion oder beim Fernsehen arbeiten wollte. Der Studiengang Medienkommunikation & Journalismus bereitet einfach generell gut auf die Medienbranche vor. Ich muss zugeben, dass ich das Studium etwas blauäugig gestartet habe (ich glaube das geht vielen so) und ich gar nicht wirklich wusste was auf mich zukommt. Aber mir war schnell klar, dass ich mich richtig entschieden habe.

Das Studium an der FHM lässt sich übrigens gut mit einem Nebenjob vereinbaren. Ich habe am Anfang nur gekellnert und gebabysittet, aber viele hatten auch schon einen Job in der Branche, haben als Studis in Redaktionen & Co gearbeitet oder sogar schon freiberuflich. Wir hatten aber auch ein paar ältere Studenten, die schon voll im Berufsleben standen und sich mit dem Bachelor weiterbilden wollten. Die hatten teilweise echt Probleme alles unter einen Hut zu bekommen, aber es ist definitiv machbar (natürlich nicht bei einem 40 Stunden Job mit regulären Arbeitszeiten). Einige Studiengänge werden sogar in Teilzeit angeboten.

Mein Masterstudiengang Crossmedia & Communication Management

Nachdem ich mich nach dem Bachelor auch über Masterstudiengänge an anderen Unis informiert hatte, habe ich mich dazu entschlossen, meinen Master ebenfalls an der FHM zu machen. Der Master Crossmedia & Communication Management ist auf den BA Medienkommunikation & Journalismus abgestimmt. Im Master hatte ich dann Kommilitonen die Tourismus studiert haben, International Business und Kommunikationswissenschaft. Ihr könnt euch also auch für den Master an der FHM entscheiden, wenn ihr einen Bachelor an einer anderen Hochschule gemacht habt, egal ob staatlich oder privat.

Nachdem ich die „Basics“ aus PR und Journalismus im Bachelor gelernt habe, ging es im Master eher um crossmediale Vermarktung. Ich fand den Master sehr interessant, da klassische Medien heutzutage anders funktionieren als früher und crossmediale Verknüpfungen, Social Media und das Internet im Ganzen eine wichtige Rolle spielen. Und da unsere Generation meiner Meinung nach die erste mit einer gewissen Fachkompetenz ist,  sind wir die perfekte Besetzung für neue Jobs, die sich mit Social Media & Co befassen. Außerdem ist dieser Master darauf ausgerichtet, Führungskräfte auszubilden.

Thematisch richtet sich der Master also nach den drei Überbegriffen Medienmanagement, Journalismus und Unternehmenskommunikation. Ich hatte zum Beispiel Fächer wie Social Media Technologien, Mediendesign, Brand Management, Crossmedialer Journalismus, Krisenkommunikation und  Interview & Mediencoaching.  Außerdem kann (bzw. muss) man drei von sechs Wahlpflichtfächern wählen, um das Studium individueller zu gestalten. Wie im Bachelor hatte ich viele praktische Fächer mit kreativen Projekten, Gruppen- und Projektarbeiten & Co. Genauso musste ich aber auch viel auswendig lernen und Theorien verstehen.

Auch der Master beinhaltet ein dreimonatiges Praktikum, ich habe meins bei RTL gemacht und arbeite dort bis heute als Werkstudentin. Inzwischen beinhaltet der Master außerdem eine Exkursion nach London, das war bei mir aber noch nicht so, deswegen kann ich dazu nichts sagen. Den Master könnt ihr übrigens auch dual und parallel zu einem Volontariat machen.

Während des Masters ging es mit meinem Blog so langsam richtig los, was machmal nervig, aber trotzdem machbar war. Alle meine Kommilitoninnen haben nebenbei gearbeitet und stundenmäßig war der Master gefühlt etwas weniger intensiv als der Bachelor (oder zumindest anders aufgeteilt).

Zum Thema Selbstständigkeit muss ich sagen, dass wir dazu zwar nicht direkt Vorlesungen hatten, meine Dozenten haben mich aber eigentlich immer darin bestärkt und es nicht schlecht geredet. Wie gesagt, es ist nicht ungewöhnlich, dass sich FHM Studenten nach dem Studium selbstständig machen und so hat es mir eher ein gutes Gefühl gegeben als mir Angst gemacht.

Privatstudium vs staatliche Uni?

Da ich noch nie staatlich studiert habe, kann ich staatliches und privates studieren natürlich schlecht vergleichen. Ich habe aber viel bei Freunden und Bekannten mitbekommen. Generell kann man das Studium an einer privaten Uni mit dem Studium an einer staatlichen FH, also Fachhochschule vergleichen. Die Kurse sind kleiner und das Studium insgesamt praktischer orientiert. Und ich muss auch zugeben, dass ein Studium an einer privaten Uni in gewissen Punkten bestimmt einfacher ist als an einer staatlichen Universität. Das System ist verschulter, man bekommt einen festen Stundenplan und feste Termine für Klausuren. Man muss die Semester also nicht selbst planen und hat weniger Eigenverantwortung. Auch ist die Betreuung an einer privaten Uni natürlich intensiver als an staatlichen Unis. Man bekommt immer sehr schnell einen Termin mit einem Dozenten und die Ansprechpartner sind einfach greifbarer.

Mich hat das verschulte System und die fast schon familiäre Atmosphäre manchmal etwas genervt, da ich mich bevormundet gefühlt habe, ich bin nun allerdings sehr froh um die festen Strukturen und die individuellere Betreuung.

(...)

Mein Fazit

Alles in allem bin ich zwar froh, dass mein Studium vorbei ist (5 Jahre reichen dann auch mal), ich war und bin aber sehr zufrieden mit der Wahl meines Bachelors und auch Masters und würde es immer wieder genauso machen (oder Fashionmanagement an der FHM studieren :D). Für mich hat es jetzt mit dem Bloggen optimal gepasst, ich könnte jetzt aber genauso gut beim Fernsehen oder in einer Online- oder Moderedaktion arbeiten. Die Möglichkeiten nach diesem Studium sind groß und man muss sich nicht direkt festlegen.