Internationales Projekttreffen: Employability – ein neues Ziel für Hochschulen

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld koordiniert das europäische ERASMUS+ Projekt „COMPLETE“ zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen. Im Rahmen des Projektes fand im Mai ein einwöchiger Workshop mit Projektpartnern aus Russland, Kasachstan, Slowenien und Griechenland in der FHM in Bielefeld  statt. Es wurden Modelle zum Bildungsziel „Employability“ an deutschen und EU-Hochschulen vorgestellt und diskutiert.

Welche Kompetenzen brauchen Hochschulabsolventen, um am Arbeitsmarkt zurecht zu kommen? Die Kompetenz, aktuelle und zukünftige Anforderungen zu erkennen und in der Lage zu sein, sie zu bewältigen – das heißt im europäischen Kontext Employability. Dafür benötigt die zukünftige Arbeitskraft nicht nur Fachwissen, sondern eine Reihe von sogenannten Schlüsselkompetenzen. Initiative, Eigenverantwortung und ständige Lernbereitschaft gehören ebenso dazu wie z. B. Loyalität, Teamfähigkeit und Problemlösekompetenz. Internationale Studien haben erwiesen, dass viele Hochschulabsolventen zwar über Wissen verfügen, dieses aber in der Praxis nicht angemessen präsentieren und anwenden können.

Was bedeutet diese Erkenntnis für das Studium an Hochschulen? Wie können diese Kompetenzen vermittelt und die Studierenden für den Arbeitsmarkt befähigt werden? Wie können sich Hochschulen den Anforderungen des Arbeitsmarktes annähern ohne dabei das eigene Profil, die Ausrichtung an klassischen Bildungsidealen aufzugeben? Diesen Fragen widmet sich das internationale Projektteam. Das Projekt zielt darauf, dass die beteiligten Nicht-EU-Universitäten Zentren für Employability und Kompetenz vor dem Hintergrund ihrer regionalen Bedingungen entwickeln.

In ihrer Begrüßung unterstrich Professor Dr. Anne Dreier, Rektorin der FHM: „Nicht nur Wissen entscheidet heute über den Erfolg von Hochschulabsolventen. Zunehmend beeinflussen Kompetenzen die Chancen eine angemessene und zufriedenstellende Beschäftigung zu finden und in ihr zu bestehen. Der Aufgabe der Entwicklung von Employability müssen wir uns stellen.“

Im Workshop wurden unterschiedliche Erfolgsmodelle sowohl deutscher als auch anderer EU-Länder zur Entwicklung von Employability vorgestellt. Die Beispiele guter Praxis setzen auf kompetenzorientierte Studiengänge, die Verzahnung von Theorie und Praxis, auf Projekte und begleitete Praktika. Sie gestalten Studienstrukturen neu, qualifizieren das Personal für die neuen Aufgaben und beziehen Arbeitgeber wie auch ehemalige Absolventen ein.  

Über diese Beispiele traten die Beteiligten in einen internationalen Dialog, sie transferierten die Anregungen auf die Ausgangslagen vor Ort und skizzierten erste Ansätze für ihr hochschuleigenes Konzept.

Das Projekt „Establishment of Centre for Employability and Competence Development“ (COMPLETE) wird aus den Mitteln der Europäischen Union finanziert. An der FHM sind Prof. Dr. Petra Lippegaus-Grünau und Dipl.-Kffr. Marianna Gevorski die zuständigen Ansprechpartnerinnen.