In Nizza wurden die Zwischenergebnisse des Erasmus+ Projekts "TEACH ME" unter Leitung des FHM-Projektteams präsentiert

Wer glaubt, die malerische Côte d'Azur sei nur als ein exquisites Urlaubsziel bekannt, kann sich gewaltig täuschen! Das französische Nizza bietet auch großartige Möglichkeiten, um ins Thema Web-basierte Innovationen in der Lehre einzutauchen. Dies kann nun von 20 moldauischen Lehrkräften, die ein 5-tägiges Training an der Universität Nizza Sophia Antipolis (UNS) vom 12. – 17. Juni 2017 absolviert haben, voll und ganz bestätigt werden. Denn das UNS-Team aus dem Zentrum für Innovative Pädagogik hat ihnen umfangreiche Einblicke in die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Lernszenarien unter Einsatz von verschiedensten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) vermittelt.

“Diese Trainingswoche war ein wesentlicher Bestandteil des Erasmus+ Projekts ‘Creating Moldovan e-Network for promoting e-teaching in the Continuing Professional Education’ (kurz TEACH ME), welches aus EU-Mitteln gefördert und durch die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld federführend koordiniert wird”, erzählt Herr Andrei Braicov von der Staatlichen Universität Tiraspol in Moldau. “In den letzten Projektmonaten haben wir uns damit beschäftigt, innovative Weiterbildungsangebote für moldauische Lehrkräfte zu entwickeln und an unseren Weiterbildungszentren zu verankern, unter anderem auch ein spezifisches Trainingsprogramm mit dem Titel „e-teaching“ zum didaktisch sinnvollen Einsatz von IKT in der Lehre. Die Currciula sind nun fertig, es stellt sich allerdings eine wichtige Frage bezüglich der Lernstrategie: Wie unterrichte ich jetzt mit diesen neuen Möglichkeiten? Wie bringe ich den Lehrenden innovative Lehrtechniken bei, damit sie diese erfolgreich in verschiedenen Lernumgebungen nutzen? Genau hier hat das UNS-Team passgenaue Lösungen vorgeschlagen“, betont Andrei.

„Die Kolleginnen und Kollegen aus Nizza haben für uns in der Tat eine sehr praktische und vielfältige Trainingswoche entwickelt“, fügt Frau Corina Negara von der Staatlichen Alecu Russo-Universität im moldauischen Balti hinzu. „Ich war begeistert von ihren Fähigkeiten, verschiedene Lernsituationen zu modellieren und uns in diese zu integrieren, damit wir im Sinne des aktiven Lernens eigene Lösungen entwickeln und reflektieren können und die Aktivitäten anderer Lehrender evaluieren können. Diese Techniken werde ich sicherlich für meinen künftigen Unterricht im Rahmen der neuen Weiterbildungsprogramme verwenden“, schließt sie.

„Die Workshops an der UNS waren sehr hilfreich, um den pädagogischen Mehrwert von IKT zu entdecken sowie sich einer geänderten Rolle eines Lehrenden in der Hochschulbildung bewusst zu werden. Ein Lehrer von heute ist eher ein Tutor, ein Coach, der den Rahmen eines klassischen Unterrichts erweitert und Lehre nicht als eindirektionalen Datenstrom vom Lehrenden zum Lernenden versteht, sondern kompetenzfördernd agiert. Digitale Medien, ob Lernvideos,  Interaktives Whiteboard oder virtueller Klassenraum sind dabei ausgezeichnete Instrumente, um die gesetzten Lernziele zu erreichen. Diese Botschaft werde ich an angehende, aber auch an bereits erfahrene Lehrende weitergeben“, resümiert Frau Tatiana Velicova von der Staatlichen Universität Comrat.

Die Erkenntnisse der Trainingswoche und deren Verwertung waren auch das Diskussionsthema während des anschließenden 2-tägigen Projektmeetings, das am 19. und 20. Juni 2017 an der UNS stattgefunden hat. Moldauische Partner haben ihre Curriculumsentwürfe für die neuen Weiterbildungsprogramme für Lehrende präsentiert und dabei betont, dass diese in den nächsten Wochen noch unbedingt um die erworbenen Lehr- und Evaluationsstrategien ergänzt werden müssen. Damit soll die Integration des europäischen Know-How im Bereich der innovativen Pädagogik in die moldauische Lehrpraxis gesichert werden!

Des Weiteren wurden während des Projekttreffens Strategien für die Nachhaltigkeit von den neuen Weiterbildungsangeboten und generell von den Weiterbildungszentren angesprochen. Dafür hat FHM-Professor Christoph Brake, der wissenschaftliche Projektleiter, ein Workshop initiiert, welcher spezielll auf die strategische Handlungsebene der Teilnehmer – Rektoren und Prorektoren – zugeschnitten war.

“Eine in Wandlung befindliche Umgebung, wie wir sie im Bereich des Ausbildungssektors weltweit wahrnehmen, macht es für die Akteure in diesem Feld notwendig, sich selbst zu ändern, um mit diesen Veränderungen Schritt zu halten. Hochschulen müssen in diesem Sinne zu lernenden Systemen werden. Eine solche systemische Änderung umfasst alle aktiven Ressourcen, wie die organisationale Struktur, als auch die Qualifikation und Motivation der Lehrenden sowie die informationelle Einbindung in internationale Netzwerke. Die in diesem Projekt teilnehmenden moldauischen Hochschulen sind hier auf einem guten Wege, eine neue Strategie für die nachhaltige Implementation innovativer eteaching-Konzepte zu entwickeln. Dies erfordert ein großes Maß an Mut und Engagement von der Hochschulleitung und ich bin der Überzeugung, dass sie diese Herausforderung mit großem Erfolg meistern”, betont Prof. Dr. Christoph Brake.

Abschließend wurden die relevanten Ergebnisse des Meetings und des Projektes, bei dem vor kurzem die 2. Halbzeit begann, zusammengefasst und die nächsten Schritte gemeinsam definiert. In den nächsten Monaten müssen die neu entwickelten Curricula durch die Nationale Agentur für Qualitätssicherung in Weiterbildung zertifiziert werden und in die Testphase gehen. Hierfür werden moldauische Partner entsprechende Dokumentation vorbereiten sowie eine proaktive Teilnehmerakquise starten. Im November 2017 wird sich das TEACH ME-Konsortium im nächsten gemeinsamen Meeting über die erzielten Ergebnisse austauschen.

Mehr Informationen über das Projekt erfahren Sie hier: www.teachmemoldova.wordpress.com

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Universität Nizza Sophia Antipolis

v.l.n.r.: Prof. Andrei Popa, Prof. Sergei Zaharia (Moldau): Workshop zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien.

v.l.n.r: Tatiana Sova, Andrei Braicov, Valentina Pritcan, Tatiana Tintiuc, Corina Negara (Moldau), Natalia Timus (UNS): Workshop zur Entwicklung eines Lernszenarios.