Großer Erfolg für die FHM - internationales Wissenschaftlerteam zelebriert den Abschluss eines EU-Projekts im kirgisischen Bischkek

Am 17. November 2016 fand an der Kirgisischen Staatlichen Akademie für Rechtswissenschaften in Bischkek die internationale Abschlusskonferenz des EU-geförderten Projekts „Einführung des Qualitätsmanagement in E-Learning an zentralasiatischen Hochschulen“ (QAMEL) statt. Neben Projektteilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Kasachstan, Kirgisistan und Litauen besuchten diesen Kongress ca. 100 akademische Gäste aus verschiedenen Regionen Kirgisistans. Gemeinsam diskutierten Wissenschaftler über die Projektergebnisse, die zur Etablierung eines Qualitätsstandards für die Einführung und Anwendung des e-Learning an Hochschulen in den zentralasiatischen Partnerländern maßgeblich beigetragen haben.

Die Referenten berichteten über ihre praktischen Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Facetten des e-Learning: Wie planen und gestalten Lehrende ihren Unterricht in virtuellen Klassenräumen? Welche Ausstattung wird für die Realisierung von einzelnen Lernszenarien benötigt? Wie lassen sich multimediale Lernressourcen mit Hilfe diverser Autorenwerkzeuge erstellen? Welche Technologien werden zur Distribution von Lerninhalten effektiv eingesetzt? Welche Instrumente fördern kollaboratives und individuelles Lernen? Wie lässt sich die Evaluation erfolgreich gestalten? Was sind die Erfolgsfaktoren für e-Learning überhaupt?

„ Als wir dieses Projekt vor drei Jahren begonnen hatten, kam uns unser Projektziel selbst etwas vermessen vor, nämlich einen gemeinsamen e-Learning Standard für die beteiligten zentralasiatischen Staaten zu etablieren. Durch diese neuen Lehr- und Lerntechnologien versprechen sich die zentralasiatischen Hochschulen eine moderne und intensive Annäherung an das europäische Bildungssystem. Um so mehr freuen wir uns heute über das hervorragende Ergebnis. Es ist uns gemeinsam in der Tat gelungen, im Rahmen dieses Projektes einen Qualitätsstandard für die Implementation von e-Learning in der Hochschullehre zu etablieren, der von den Bildungsministerien Kasachstans, Kirgistans und Turkmenistans akkreditiert worden ist. Das ist wirklich ein großer Erfolg, auf den wir am Ende dieses spannenden Projektes alle gemeinsam zu Recht stolz sein können“, betont Prof. Dr. Christoph Brake, wissenschaftlicher Projektleiter von der FHM Bielefeld.

Die Abschlussveranstaltung des QAMEL-Projektes war auch Anlass, über Trends und Hypes im e-Learning zu diskutieren: 360-Grad-Kameras mit Livestreaming, Audience Response Systems, Telepräsenzrobotik, Holoportation und vieles mehr. „Die moderne Welt ist mehr und mehr eine VUCA-Welt, also V=volatile, U= uncertain (unsicher), C=complex und A= ambiguous (mehrdeutig). Dieser Herausforderung müssen wir mit innovativen und vielleicht auch disruptiven Digitaltechnologien begegnen“, resümiert Prof. Dr. Stefan Bieletzke von der Trainings-Online Gesellschaft für e-Portale, der auf der Tagung ebenfalls referiert hat.

Vom Erfolg der Konferenz zeugten sehr lebhafte Diskussionen. „Das Publikum stellte viele Fragen, die zum besseren Verständnis des e-Learning führen und somit zur Überwindung von Barrieren beitragen, die im kirgisischen Hochschulsystem noch hier und da bei der Einführung von Innovationen deutlich bemerkbar sind“, betont Olga Kuflei, Projektleiterin an der gastgebenden Partnerhochschule. Auch die anwesenden Vertreter des kirgisischen und des kasachischen Bildungsministeriums äußerten sich sehr zufrieden mit den Projektergebnissen. „Seit drei Jahren verfolgen wir die Entwicklung dieses Projekts und freuen uns nun über konkrete Resultate, die wir ab jetzt an andere Hochschulen in unseren Ländern kommunizieren können. Dabei ist insbesondere das e-Learning-Handbuch hervorzuheben, das alle Facetten des e-Learning abdeckt und von uns als Leitfaden zur Einführung des e-Learning an Hochschulen landesweit empfohlen wird“, fasst Frau Dr. Almira Tazhigulova vom Bildungsministerium Kasachstans zusammen.

Am nächsten Tag fand an der Kirgisischen Rechtsakademie eine abschließende interne Sitzung des QAMEL-Teams statt. Die Partner haben einen kritischen Rückblick auf die dreijährige Projektarbeit geworfen, der sowohl gute Erfahrungen im Sinne von Best Practice Beispielen beinhaltete, als auch die negativen im Sinne von Lessons Learned nicht verschwieg, um aus diesem Project Review Schlüsse für zukünftige Projekte ziehen zu können.

Zum Abschluss dieses letzten Treffens im Rahmen des QAMEL-Projekts wurde intensiv über Möglichkeiten einer Weiterführung der gemeinsamen Aktivitäten diskutiert, um die erreichten Ergebnisse in der Hochschullehre nachhaltig zu verankern: Wissenschaftstheater, virtuelle Hochschule, interaktive Evaluation... „Wir haben viele neue Ideen. Der neue Erasmus+ Aufruf ist bereits ausgeschrieben, also mit einer Portion Glück können die weiterführenden Projektideen schon bald Realität werden,“ schließt die FHM-Projektkoordinatorin Olga Zubikova.

Das Project QAMEL wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.