Gastvortrag über Erstversorgungsprojekte internationaler Hilfsorganisationen

Im Rahmen der Themenreihe  „Freiräume, Ruhezonen, Zufluchtsorte“ innerhalb des Studium Generale (betreuende Dozentin T. Lord, links im Bild) hielt die promovierte Epidemiologin Sibylle Gerste (mittig im Bild) einen Gastvortrag über Erstversorgungsprojekte internationaler Hilfsorganisationen in Krisengebieten am Beispiel ihrer Arbeit in einem südsudanesischen Flüchtlingscamp.

Die Studierenden zeigten sich sehr interessiert und stellten Frau Dr. Gerstl viele Fragen: Wie wird das Überleben von 40 000 Menschen in einem Lager in dem weder sauberes Wasser, noch ausreichende Nahrung, Elektrizität oder Infrastruktur vorhanden sind, geplant und gesichert? Welche Gefahren bestehen für Helfer und wie werden die Prioritäten bei der Erstversorgung und dem Schutz vor Epidemien gesetzt? Sibylle Gerstl, die selbst jahrelang im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Ärzte ohne Grenzen oder Malteser International in Krisengebieten arbeitete, konnte hierzu aus Ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz berichten.  Standortleiter Prof. Große (rechts im Bild) freute sich über diesen interessanten Exkurs für die angehenden Eventmanager, die sich sichtlich nachdenklich zeigten.

 

Kurzvita

Dr. Sibylle Gerstl, (Jahrgang 1969) studierte Biologie mit Schwerpunkt Tropenkrankheiten in Rom und Tübingen. Nach einem MBA und einem kurzen Ausflug in die Pharmaindustrie promovierte sie in Epidemiologie am Schweizer Tropeninstitut über urbane Landwirtschaft in Ouagadougou, Burkina Faso.  Seither arbeitet sie mit und für internationale Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Malteser International, um diese als Epidemiologin unter anderem durch wissenschaftliche Studien weltweit bei akuten Krisen (Epidemien, Konflikte, Naturkatastrophen) in Kriegs- und Krisengebieten zu unterstützen. Allein in Afrika war sie dadurch in mehr als zehn Ländern. Darüber hinaus ist Sibylle Gerstl noch Gutachterin für Forschungsprojekte zu internationaler Gesundheit der Europäischen Union.