FHM führt Forschungsverbund zur Digitalisierung der Berufsorientierung an

Überarbeitung des etablierten „Berufswahlpasses“

Vor gut 15 Jahren wurde der Berufswahlpass in Schulen eingeführt um Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Der Berufswahlpass als Gemeinschaftsprodukt von 14 Bundesländern, dem Bundesbildungsministerium und der Bundesagentur für Arbeit zählt heute, mit einer jährlichen Auflage von ca. 200.000 Exemplaren, zu den verbreitetsten Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf in Deutschland. In seinem Erscheinungsbild ist der Berufswahlpass ein DIN-A4-Ordner mit diversen Einlegeblättern und der Möglichkeit der Ablage weiterer (eigener) Dokumente in der Form eines Ringbuchs.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass hat nach dieser langen Erfolgsgeschichte entschieden, das Berufsorientierungsinstrument Berufswahlpass neu zu konzipieren, damit junge Menschen auch in Zukunft weiterhin mit diesem Unterstützungsangebot arbeiten. Unter der Leitung der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) forscht und entwickelt nun ein Konsortium von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Münster und Bielefeld an der pädagogischen und medialen Neukonzipierung dieses Instruments. Prof. Dr. Tim Brüggemann vom FHM-Institut für Weiterbildung & Kompetenzentwicklung (IWK) führte dazu Experten-Workshops mit Vertretern aller beteiligen Kultusministerien, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesagentur für Arbeit durch. Alle Expertinnen und Experten sind sich einig, „der Berufswahlpass wird zukünftig in einer digitalen und individuellen Variante, beispielsweise in Form einer App verfügbar sein müssen, damit junge Menschen dieses Angebot auch wirklich nutzen“, resümiert Prof. Brüggemann die Arbeit in den Workshops bisher.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt läuft noch bis zum Frühjahr 2017 und die Ergebnisse in Form eines Zukunftskonzeptes werden auf einer bundesweiten Tagung im April in Berlin beim BMBF vorgestellt.  

Prof. Dr. Tim Brüggemann im Experten-Workshop an der FHM (Foto: Manuel Epker)