Fachhochschule des Mittelstands (FHM) koordiniert EU-Projekt COMPLETE - Employability von Hochschulabsolventen soll gesteigert werden

Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld koordiniert das europäische Projekt COMPLETE, das die Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen steigern soll. Ein mehrtätiges Treffen der Partnerhochschulen Russland und Kasachstan  sowie aus Griechenland und Slowenien fand an der Technischen Hochschule  Piräus statt. Das Projekt zielt darauf, an den Hochschulen in Russland und Kasachstan Zentren für Kompetenzentwicklung und Beschäftigungsfähigkeit zu etablieren.

Welche Kompetenzen brauchen Hochschulabsolventen, um am Arbeitsmarkt zurecht zu kommen? Die Kompetenz, aktuelle und zukünftige Anforderungen zu erkennen und in der Lage zu sein, sie zu bewältigen – das heißt im europäischen Kontext Employability. Dafür benötigt die zukünftige Arbeitskraft nicht nur Fachwissen, sondern eine Reihe von sogenannten Schlüsselkompetenzen. Dazu gehören Initiative, Eigenverantwortung und ständige Lernbereitschaft ebenso wie z.B. Loyalität, Teamfähigkeit und Problemlösekompetenz. Internationale Studien haben erwiesen, dass viele Studienabsolventen zwar über Wissen verfügen, dieses aber in der Praxis nicht angemessen präsentieren und anwenden können.

Was bedeutet diese Erkenntnis für das Studium an Hochschulen? Wie können diese Kompetenzen vermittelt und die Studierenden für den Arbeitsmarkt befähigt werden? Wie können Hochschulen sich den Anforderungen des Arbeitsmarktes annähern ohne dabei das eigene Profil, die Ausrichtung an klassischen Bildungsidealen aufzugeben? Diese Fragen erörtert das internationale Projektteam aus Russland, Kasachstan, Slowenien, Griechenland und Deutschland im Projekt COMPLETE.

Bei dem gemeinsamen Arbeitstreffen in Athen kam das internationale Konsortium zum dritten Mal zusammen. Beispiele guter Praxis aus Deutschland und anderen EU-Ländern hatten die Partner aus Russland und Kasachstan bereits kennengelernt. Die kasachischen und russischen Partner hatten vor diesem Hintergrund die eigenen Hochschulen genauer unter die Lupe genommen. Auch die nationalen Besonderheiten wurden analysiert. Vor diesem Hintergrund entstehen nun an jeder Hochschule Zentren für Employability und Kompetenzentwicklung. Sie sollen dazu beitragen, dass Studienabsolventen eine Arbeit finden, die ihrer Qualifikation entspricht, dass sie in der Arbeitswelt gut zurechtkommen und Veränderungen gut bewältigen. Die Hochschulpartner diskutierten, welche Konzepte zum jeweiligen Arbeitsmarkt, zu den Anforderungen der Wirtschaft, zum Selbstverständnis der Hochschulen und zu den strukturellen und organisatorischen Gegebenheiten passen. Sie klärten, wie die Zentren in die Hochschule integriert und an bestehende Angebote anknüpfen können.

Erfahrungen der europäischen Partner sowie Good Practice Modelle, die sich an anderen Hochschulen bewährt haben gaben Impulse zur Umsetzung. Gleichzeitig profitierten auch die europäischen Partner vom gegenseitigen Austausch – hier zeigten sich Übereinstimmungen ebenso wie unterschiedliche Perspektiven. So wird der Begriff Employability mit verschiedenen Schwerpunkten interpretiert:

Vor allem in Kasachstan steht die Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund – von europäischer Seite wurde angesichts der Fachkräftedebatte eher diskutiert, wie Praxisbezüge und Schlüsselkompetenzen möglichst breit vermittelt werden können.

Das Projekt „Establishment of Centre for Employability and Competence Development“ (COMPLETE) wird aus den Mitteln der Europäischen Union finanziert. An der FHM sind Prof. Dr. Petra Lippegaus-Grünau und Dipl.-Kffr. Marianna Gevorski die zuständigen Ansprechpartnerinnen.

Die FHM-Delegation zu Gast in Athen.