Fachhochschule des Mittelstands (FHM) bei der vierten Fachtagung zum Bürokratieabbau der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin - FHM-Prorektor Professor Dr. Volker Wittberg präsentiert Bürokratieindex für Ärzte

Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und dem Bundesarbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen die 4. Fachtagung Bürokratieabbau. Im Rahmen der diesjährigen Konferenz wurde thematisiert, welche Perspektiven der Bürokratieabbau unter dem künftigen Mandat des Nationalen Normenkontrollrates einnehmen wird. 

Dabei wurde ein besonderer Blick auf den Stand des Themas den Bundesländern geworfen. Zur Fachtagung waren Fachleute aus Parlament, Ministerien, den Verbänden und Forschungseinrichtungen zu Gast, die sich untereinander austauschen konnten.

Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmann-Becker lobte die zehnjährige Arbeit des Nationalen Normenkontrollrates (NKR): "Ziel sollte es sein, alle Projekte der Bundesregierung, sprich zum Beispiel Aktionspläne mithilfe des NKR auf Kosten beziehungsweise Nutzen hin zu messen."

Dr. Johannes Ludewig (Vorsitzender des NKR) berichtete von den Erfolgen der Arbeit des NKR zwischen den Jahren 2006 und bis 2016. Ludewig betonte, wie wichtig insbesondere die Folgen- bzw. Wirkungsevaluation der Gesetze nach drei bis fünf Jahren ist.

FHM-Prorektor und Leiter des Nationalen Zentrums für Bürokratiekostenabbau (NZBA), Professor Dr. Volker Wittberg, berichtete über das aktuelle Projekt der FHM mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), wo das Standard-Kosten-Modell zur Bürokratiemessung der Gemeinsamen Selbstverwaltung angewendet wurde.

Das Ergebnis: 52 Millionen Stunden ihrer Arbeitszeit haben die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland in diesem Jahr allein für die Büroarbeit durch Vorgaben der Selbstverwaltung auf Bundesebene aufgewandt. 

Die drei Partner haben den Index gemeinsam entwickelt, um transparent zu machen, wie sich die Belastung der Niedergelassenen durch Bürokratie entwickelt.

„Zwar hat es an einigen Stellen Entlastungen gegeben, beispielsweise durch die Abschaffung der Auszahlscheine im Krankengeldfall. Aber es kommen auch immer neue Belastungen hinzu. 52 Millionen Stunden sind einfach immer noch zu viel.“, betonte der KBV-Dezernent Dr. Bernhard Gibis. Ein konkretes Abbauziel Ziel könnte maßgeblich dazu beitragen, dass für die Behandlung der Patienten wieder mehr Zeit zur Verfügung stehe.

Die FHM hat für die Datenerhebung die Methodik des sogenannten Standardkosten-Modells gewählt. „Wir haben die durch das Statistische Bundesamt durchgeführte Bestandsmessung auf den aktuellen Stand gebracht. Neue und geänderte Informationspflichten wurden in diesem Rahmen ebenso berücksichtigt wie Pflichten, die in der Zwischenzeit entfallen sind. Darüber hinaus erfolgte eine Aktualisierung der zugrundeliegenden jährlichen Fallzahlen“, erklärte Prof. Dr. Volker Wittberg. Der Bürokratieindex sei im Bereich der ärztlichen Selbstverwaltung somit von der Basis 100 im Jahre 2013 auf den Wert 95,28 in 2016 gefallen.

F1: FHM-Prorektor Professor Dr. Volker Wittberg, Björn Schubert und Dr. Michael Henze (beide Wirtschaftsministerium NRW) sowie Dr. Franz Schoser (Vorstand Konrad-Adenauer-Stiftung)

F2: Dr. Johannes Ludewig (Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrates)

F3: NRW-Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Günther Horzetzky