Erster deutsch-chinesischer Bachelor-Studiengang erhält Gütesiegel der FIBAA

Suzhou/Bielefeld. Erstmalig ist ein deutsch-chinesischer Studiengang im Bereich Wirtschaft mit dem Gütesiegel der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) ausgezeichnet worden. Der Studiengang der FHM Bielefeld wurde ohne Auflagen bis zum Jahr 2011 von der Stiftung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Wirtschaft akkreditiert. Vorangegangen war ein umfangreiches Prüfverfahren, bei dem sich die Gutachter auch mehrere Tage vor Ort beim chinesischen Partner in China aufhielten.
Der Bachelor-Studiengang „Internationale Betriebswirtschaft“ wird von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) auf Grundlage einer Kooperation mit der renommierten chinesischen Universität Suzhou angeboten. Die beiden Hochschulen gründeten hierzu Anfang 2005 gemeinsam das Deutsch-Chinesische Mittelstands-Institut (DCMI) in Suzhou (China). Derzeit sind bereits 67 Studierende in diesem Studienprogramm eingeschrieben. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) im Rahmen des Programms "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland" gefördert.
„Wir freuen uns, dass wir als erste deutsche Hochschule einen speziell für China entwickelten Studiengang aufbauen, starten und nach so kurzer Zeit bereits erfolgreich akkreditieren konnten“, so Dipl.-Kfm. Markus Rempe, wissenschaftlicher Leiter des DCMI. „Die erteilte Akkreditierung bildet für uns einen wichtigen Meilenstein beim Aufbau eines nachhaltig erfolgreichen und qualitätsorientierten Studienangebots in China“, ergänzt Christoph Zabe-Brechtel, Institutsleiter des DCMI in Suzhou. Die Gutachter der FIBAA ließen sich insbesondere von den in China aufgebauten Unternehmenskontakten und Kooperationen mit wichtigen Netzwerken, wie der AHK sowie der Vereinigung der deutschsprachigen Unternehmen in Suzhou, überzeugen. Als überdurchschnittlich wurde unter anderem die Positionierung des Studiengangs im Arbeitsmarkt mit Blick auf die Beschäftigungsrelevanz bewertet. Damit trugen die Gutachter vor allem der Tatsache Rechnung, dass es sich hier nicht um die einfache Übertragung eines deutschen Studiengangs nach China sondern um ein gemeinsam mit dem chinesischen Partner neu entwickeltes Studienkonzept handelt, das sich an der späteren beruflichen Realität orientiert.
Der Studiengang zielt auf die Ausbildung chinesischer Nachwuchsführungskräfte für die mittelständische, deutsche und chinesische Wirtschaft sowie die Förderung von Geschäftsbeziehungen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen ab. Daher wurden deutsche und chinesische Unternehmen, die gegenseitige Handelbeziehungen unterhalten, bereits in die Curriculum-Entwicklung mit einbezogen. „Mit dem neuen Studiengang leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von dringend benötigten Führungsnachwuchskräften für deutsche und chinesische Unternehmen, insbesondere im Mittelstand“, erklärt Prof. Dr. Richard Merk, Geschäftsführer der FHM. „Die Absolventen sollen in der Lage sein, die Komplexität, Dynamik und interkulturelle Perspektive einschätzen und beurteilen zu können, um letztlich daraus Chancen für Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen zu generieren“, so der FHM-Geschäftsführer weiter. Der Studiengang vermittle daher sowohl ein fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen als auch eine umfassende sprachliche und interkulturelle Kompetenz. Vorlesungssprachen sind deutsch und chinesisch. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester, wobei das dritte Studienjahr sowie eine integrierte Praxisphase in Deutschland stattfinden.