Ein Stück Deutschland im Fernen Osten: Kooperationen in China etabliert

Der erste MBA-Kurs ist im Oktober mit 13 chinesischen Studierenden an der FHM Schwerin gestartet – nun konnte Pia Winkler bereits einen Eindruck der Nachfolger gewinnen. Vom 06.03.-22.03.15 gab sie an zwei Universitäten in West-China Lehrveranstaltungen für die zukünftigen Masterstudierenden.

Die Internationalisierungsstrategien der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) sind vielseitig umsetzbar: von internationalen Studierenden, die nach Deutschland reisen über Forschungsprojekte bis hin zu Dozentenaustauschen in die ganze Welt ist alles denk- und realisierbar. So auch internationale Studiengänge: der erste MBA-Kurs ist im Oktober mit 13 chinesischen Studierenden an der FHM Schwerin gestartet – nun konnte Pia Winkler bereits einen Eindruck der Nachfolger gewinnen. Vom 06.03.-22.03.15 gab sie an zwei Universitäten in West-China Lehrveranstaltungen für die zukünftigen Masterstudierenden.

Die Tianjin Foreign Studies University (TFSU) umfasst etwa 3.000 Studierende, wobei ca. 300 davon in der Germanistik ihren späteren beruflichen Erfolg sehen. Auf dem Campus finden sich zwei Mensas, mehrere Supermärkte und eine Bibliothek mit vier Stockwerken, die damit sogar größer als die Stadtbibliothek ist. Durch die wirtschaftsnahe Ausbildung versprechen sich die zukünftigen Absolventen renommierte Arbeitsplätze in deutschen Unternehmen, bieten sie doch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal: Master-Absolventen mit fundierten Wirtschaftskenntnissen bei gleichzeitigem Beherrschen der chinesischen und deutschen Sprache. Ein Studien-Angebot, mit dem sich die FHM langfristige Kooperationen in China sichern kann.

An der TFSU versammelten sich 16 Studierende aus dem dritten Studienjahr, um an den Veranstaltungen teilzunehmen, die sich um Unternehmensführung, Human Resource Management und Projektmanagement drehten. Vor allem inspirierten die Gruppenarbeiten und das Planspiel, bei dem die Studierenden ihre eigenen Unternehmen gründeten. Darin wollte eine Gruppe einen essbaren Stift entwerfen, der entweder süßen Geschmack oder aber herzhafte Gemüsevarianten beinhalten sollte. Chinesische Delikatessen lassen sich glücklicherweise auch ganztags genießen: Süßkartoffel-Nudeln, Lotosblüten und Ente standen ebenso auf dem Speiseplan wie Hühnchen, Reis und Spinat. Gemeinsam mit dem Dekan der Germanistik-Fakultät Herrn Wenbo Dong konnte die gemeinsame Zusammenarbeit in diesem Rahmen auch angemessen gefeiert werden. Dementsprechend konnten auch zukünftige Pläne besprochen werden, die neue Studierende in Schwerin, wie auch weitere und längere Austausche vorsehen. Beide Partner profitieren damit gleichermaßen von der Kooperation und dem laufenden Pilot-Projekt des MBA.

Die Dalian University of Foreign Languages (DUFL) stellte sich mit 4.000 Studierenden als ebenfalls leistungsstarker Partner dar, der zusätzlich 600 internationale Studierende beherbergt. Die 420 Germanistik-Studierenden erhalten ebenfalls nach vier Jahren ihren Bachelor-Abschluss. Obwohl die Anwesenden am Freitag eine staatliche Prüfung ablegten, kamen alle 20 Studierenden motiviert zu den täglichen Lehrveranstaltungen mit je acht Stunden. Sogar zwei Bewerber einer Spitzen-Universität in Peking sind extra für die Veranstaltungen angereist. Das Interesse und die Neugier standen ihnen ins Gesicht geschrieben, vor allem auch die hohen Ziele wurden deutlich: Eine Gruppe von Studierenden plante den Verkauf von Luxus-Autos, die sowohl diamanten- und goldbesetzt, als auch kugel- und wassersicher waren. Dies überzeugte auch den Dekan der hiesigen Germanistik-Fakultät Herrn Mingcai Cong, als er bei dem Abschluss-Essen ein Feedback zur Vorlesungswoche erhielt. Er wolle dies auch Herrn Gerhard Schröder vorschlagen, für den er im Februar erst gedolmetscht hatte.

In den Städten kommen auch Touristen auf ihre Kosten: einen Ausblick auf einen Teil Dalians bietet der Bihuan Scenic Spot. Der Militär-Hafen, die Werften und die Häuser liegen dem Betrachter zu Füßen, während sich am Horizont die Berge und weitere Hochhäuser erstrecken. Der europäische Charakter spiegelt sich jedoch vor allem in Tianjin wieder. Ehemalige Kolonial-Einflüsse von Frankreich, Italien und Großbritannien sind noch heute in den vielfältigen Bauten auffindbar. So wird auch der Vorliebe für deutsche Speisen Rechnung getragen: Im Paulaner-Biergarten, mit Dirndln und Trachten. Ein Stück Deutschland im Fernen Osten. Die Internationalisierung wird deutlich – auch unabhängig davon welche Wege beschritten werden. Die FHM Schwerin freut sich daher auf knapp 30 neue Master-Studierende aus China, die im Oktober das Bild der Fachhochschule prägen werden.