„Digitalisierung verändert alles“

Der Bundesvorsitzender der FDP Christian Lindner war zu Gast an der FHM Bielefeld.

Der Bundesvorsitzende der FDP und Mitglied des Landtags in Nordrhein-Westfalen (NRW), Christian Lindner, hat heute in der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) eine öffentliche Vorlesung zum Thema „Digitale Innovation & Bildung“ gehalten. Der Andrang zu der Veranstaltung im Forum der FHM ist mit rund 120 Studierende und Gästen so groß gewesen, dass die Sitzplätze nicht ausreichten.

„Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte ist, dass die Digitalisierung alles verändert. Die gute ist, dass die Digitalisierung alles verändert“, sagt Christian Lindner gleich zu Beginn seines Vortrags und zeigt die Ambivalenz der Thematik auf. Lindner sieht die Digitalisierung als große Chance, auch wenn er die in Deutschland vorherrschende Technologie-Skepsis („German Angst“) kenne. Lindner: „Für mich ist die digitale Zukunft eine Chance, auf neue Produktivität, auf bessere Arbeit.“ Die Angst vor Arbeitsplatzverlust kann er nicht teilen, denn Lindner sieht die Potentiale der Digitalisierung: „Deshalb wünsche ich mir den ‚German Mut‘. Wenn körperlich extrem harte Jobs oder bürokratische Tätigkeiten durch digitale Vorgänge wegfallen sehe ich daran keinen Verlust, sondern die Möglichkeit Neues zu schaffen.“

Bildung mit einem digitalen Schwerpunkt ist für Lindner dafür eine zentrale Herausforderung, genau wie für die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die die Digitalisierung und Innovation ebenfalls als Kernthemen ansieht. FHM-Rektorin Professor Dr. Anne Dreier: „Wir setzen seit Jahren auf neuartige und innovative Studiengänge. Dazu zähle ich ganz aktuell unsere Bachelor-Studiengänge Digital Business Management, Virtual Reality Management oder unseren Master of Business Administration (MBA) Innovation & Leadership oder den Bachelorstudiengang Vegan Food Management.“

Für Lindner muss sowohl die Politik als auch die Wirtschaft „Tempo aufnehmen“, um bei der Digitalisierung mithalten zu können. Lindner: „Die Digitalisierung kann man mit Eishockey vergleichen. Es gibt drei Drittel und die ersten beiden haben wir schon verloren. Es geht nur um das letzte Drittel in dem wir punkten können. Und jeder weiß, dass es im Eishockey brutal zugeht...“

Um die Digitalisierung weiter und erfolgreich voranzutreiben nennt Lindner drei zentrale Themen: „Es geht darum, die Köpfe auszubilden, die Digitalisierung zu verstehen, umzusetzen und zu entwickeln. Und es muss gewährleistet sein, dass alle Zugang zur digitalen Welt haben. Wir brauchen überall beste Breitbandverbindungen – egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Darüber hinaus muss der Staat vorangehen und sich selbst und das Angebot für Bürger und Bürgerinnen digitalisieren. Dazu müssen dringend die Verantwortlichkeiten zum Beispiel in Form eines Digitalministeriums geklärt werden.“

Im Anschluss gab es noch eine angeregte Diskussion der Studierenden mit Christian Linder zu Themen wie Bildung, dem Wahlkampf und internationalen Entwicklungen wie der Wahl von Donald Trump als US-Präsident.