„Das Fundament zum Gründen ist momentan traumhaft“, Dr. Carsten Linnemann war zu Gast beim FHM GRÜNDER.MONTAG

Der Bundestagsabgeordnete und zugleich Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Dr. Carsten Linnemann, war gestern Abend zu Gast beim GRÜNDER.MONTAG an der FHM Bielefeld. Der GRÜNDER.MONTAG ist ein etabliertes Veranstaltungsformat der FHM-Instituts für Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge (IUG), welches einmal im Quartal montags stattfindet und als „Gründertreff“ eine Plattform für die Start-Up Szene in OWL bietet.

Linnemann brennt für innovative Gründungsideen und für die jungen Menschen und klugen Köpfe, die sie umsetzen wollen. Daher setzt er sich gemeinsam mit anderen Politikern parteiübergreifend in Berlin regelmäßig mit Gründern aus der Szene zusammen, um im eins-zu-eins Kontakt zu erfahren, was die Politik tun kann, um sie zu unterstützen. Der 39-Jährige gebürtige Paderborner stammt selbst aus einer Unternehmerfamilie und weiß, wie die Wirtschaftswelt tickt. Sein Vater eröffnete in den 80ern den ersten Buchhandel in der dritten Etage eines Kaufhauses; damals eine absolute Neuerung. Linnemann zählt in seinem Kurzvortrag verschiedene Punkte auf, die seiner Meinung nach relevant sind, damit Deutschland weiterhin ganz oben mitspielt in der Liga der Innovationen, denn nach den USA sind die meisten Patente in Deutschland angemeldet. Und obwohl die Zahl der Unternehmensgründungen allgemein rückläufig ist, steigt unter ihnen die Anzahl der innovativen Gründer. Doch die Politik hat laut Linnemann ein großes Problem: die rasante Entwicklung der Wirtschaft und die träge Reaktionsfähigkeit der Politik auf diese Veränderungen. „Wir kommen nicht hinterher. Hierzulande wird immer noch über die beste Variante für eine Breitbandinternet-Anbindung diskutiert, wohingegen so etwas zum Beispiel in Skandinavien längst kein Thema mehr ist.“ Die Politik müsse bessere Voraussetzungen für Innovationen schaffen, so Linnemann. In den vergangenen 30 Jahren hätte es im Zukunftsbereich Digitalisierung keine einzige erfolgreich deutsche Neugründung gegeben. Als weitere Punkte mit dringendem Handlungsbedarf in der Politik sieht er die digitale Verwaltung, den Datenschutz, Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups, die Bildung von Netzwerken & Clustern sowie die Schaffung von bestimmten Voraussetzungen im Arbeitsrecht für ein eigenverantwortlicheres Arbeiten in der Arbeitswelt 4.0. „Das Fundament zum Gründen ist in Deutschland traumhaft. Was wir tun müssen ist die kleinen und mittleren Unternehmen für das digitale Zeitalter zu sensibilisieren, um ein erfolgreiches Wirtschaftsland zu bleiben.“

Der nächste GRÜNDER.MONTAG findet am 3. April 2017 statt. Nähere Infos zum Programm erhalten Sie HIER.

v.l.n.r.: Prof. Bernd Seel (IUG), Prof. Dr. Richard Merk (Geschäftsführer FHM), Prof. Dr. Anne Dreier (Rektorin FHM), Dr. Carsten Linnemann, Oliver Flaskämper (Denkwerk Herford), Eyüp Aramaz (FHM-Student, Gründer)