Chancen und Anforderungen der Nachhaltigkeit im Mittelstand – Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Pulheim lud zum Nachhaltigkeitsabend ein

Pulheim, 1. Februar 2018. Nachhaltigkeit betrifft inzwischen alle gesellschaftlichen Bereiche, so sehen sich auch Unternehmen stärker mit dieser Thematik konfrontiert. Immer weiter erhöht sich die Komplexität des Themas, sodass viele Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – Hilfe bei der Orientierung benötigen. Erste Antworten lieferte die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) mit seinem Themenabend.

Wer heute in die Nachhaltigkeitsberichterstattung einsteigen will, sieht sich einer bereits hoch entwickelten Praxis gegenüber – mit entsprechend hohen Ansprüchen der Stakeholder und einer großen Auswahl an Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Immerhin berichten mittlerweile ca. 80 % der 150 größten deutschen Unternehmen regelmäßig zu Nachhaltigkeitsthemen. Auch in mittelständischen Unternehmen spielt das Thema eine immer größere Rolle. Das zeigte sich zuletzt beim Nachhaltigkeitsabend an der FHM Tec Rheinland, zu dem Unternehmer der Region, Politiker und angehendende Wirtschaftsingenieur der privaten Fachhochschule diskutierten.

Prof. Dr. Wolfgang Hufnagel, wissenschaftlicher Leiter des Center for Sustainable Governance (CSG) der FHM, führte durch den Abend. Er betont zu Beginn, dass unternehmerische Nachhaltigkeit nicht ausschließlich ökologische Aspekte umfasst, sondern genauso ökonomische und soziale Dimensionen. So können unter anderem Prozesse optimiert werden, die Mitarbeiterbindungen gesteigert und eine Verbesserung der Finanzmittelbeschaffung erreicht werden.

Jürgen Mathar, Geschäftsführer von Five Cs Kommunikationsberatung GmbH und Schulungspartner des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), stellte die 20 Kriterien des DNK vor, welche einen erleichterten Zugang zur Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglichen und betont die Wichtigkeit der unternehmerischen Nachhaltigkeit. „Unternehmen müssen Verantwortung aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung übernehmen“, betonte Jürgen Mathar. Dies strahlt sich auch positiv auf den Profit der Unternehmen aus, Wettbewerbsvorteile können geschafft und gesichert werden, Kosten und Risiken minimiert und dadurch Fortschritt generiert werden.

Dieter Koenemann, ehemaliger Geschäftsführer der Stadtwerke Pulheim, stellte aus seiner früheren beruflichen Praxis ein Projekt vor, welches Kunden Photovoltaik-Anlagen als günstiges Gesamtpaket anbot: „Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen ist für Privatpersonen durch bürokratische Hindernisse erschwert. Hier gezielt zu helfen, ist dankbar aufgenommen worden“.

Im Austausch mit dem Publikum wurde deutlich, dass die Notwendigkeit zum nachhaltigen Handeln auf breite Zustimmung trifft. Aber eine Hürde, vor der viele Unternehmer aber auch Konsumenten stehen, sind die finanziellen Möglichkeiten. Oftmals hapert es aber auch an mangelndem Wissen und an der Umsetzung. Unternehmen brauchen daher die notwendige Orientierung und Fachkräfte, die die Vorgaben umsetzen. Um die Herausforderungen bewältigen zu können, hat die FHM den innovativen Unternehmerischen Nachhaltigkeitskompass entwickelt. Dieses Instrument macht die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens transparent, messbar und bewertbar und dient als Grundlage für den Nachhaltigkeitsbericht. Zusätzlich bietet die FHM ein Weiterbildungsstudium zum/zur Nachhaltigkeitsmanager/in (FHM) an, das im Juni 2018 erstmalig an den Start gehen soll.