17. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung - FHM-Nachhaltigkeitsexperten auf Nachhaltigkeitskonferenz mit Bundesministerin Hendricks

Zur 17. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) waren gestern in Berlin die hochrangigen Akteure zur Diskussionsrunde geladen.

Redner der Konferenz waren Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesminister Gerd Müller (Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Bundesministerin Barbara Hendricks (Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit).

Unter dem Motto: „Wissen. Wählen. Wünschen.“ wurden zu Beginn in kurzen Einzelvorträgen Projekte und Unternehmungen vorgestellt, die zeigten wie ganz konkret Nachhaltigkeit in der Praxis aussehen kann. So vielfältig die Impulsvorträge waren, eines verband alle Redner: „Sie sind Macher.“, sagte Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesentwicklungsministerin a.D. und neues Mitglied des Nachhaltigkeitsrats.

Prof. Dr. Wolfgang Hufnagel, Natalie Lupp und Stefanie Grube vom FHM-Center for Sustainable Governance diskutierten in Themenforen u.a. mit Bundesministerin Hendricks und auch Volker Hauff, Bundesminister für Forschung und Technik a.D. in der Regierungszeit von Willy Brandt und Helmut Schmidt und einer der Väter des Brundtland-Berichts, über die Durch- und Umsetzung von verbindlichen Nachhaltigkeitszielen über die gesetzlichen Vorgaben. Für ebenso wichtig schätzt Hauff das persönliche Commitment von Unternehmern ein: aus eigener Überzeugung nachhaltig zu handeln. Die Einstellung ist in Deutschland aber noch nicht verbreitet.

„Deutschland ist Entwicklungsland. Deutschland ist insgesamt nicht auf einem nachhaltigen Pfad. Aber zweifellos ist die Idee der Nachhaltigkeit in der Lebenswirklichkeit vieler Menschen fest verankert. Aber Nachhaltigkeit setzt sich nicht automatisch durch.

Schon gar nicht, wo es auf Gewohnheiten und Gedankenlosigkeit trifft.  Auch wo es gegen harte Industrieinteressen antritt.“, sagte Marlehn Thieme, Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrats.

Es braucht konkrete Erfolge beim Klimaschutz, in der nachhaltigen Mobilität, beim Ökolandbau und in der nachhaltigen Gesundheitspolitik. „Dazu müssen wir der Nachhaltigkeit Verfassungsrang geben. Das Grundgesetz hat Nachhaltigkeit verdient. Bringen wir die normative Selbstbindung an Nachhaltigkeit voran“, so Thieme weiter.

Weltweit steht die Agenda 2030 auf der Tagesordnung der Staaten. Akteure rücken zusammen, um bei allen Differenzen gemeinsame Anliegen der nachhaltigen Entwicklung zu verfolgen. Deutschland steht in diesen Monaten im Mittelpunkt der 20 wichtigsten Volkswirtschaften: mit Politik, Werten und dem Anliegen, Nachhaltigkeit in allen Aspekten zur Grundlage von Entscheidungen zu machen.

Das im diesjährigen Motto enthaltene Wort „Wünschen“ soll eine Brücke in die Zukunft der Nachhaltigkeit sein: Wie leben wir die nachhaltige Entwicklung? Was ist wichtig, was kann und muss „ich“, meine Organisation, „die“ Politik, „Jemand“ ändern? Was muss und was kann schneller gehen? Was ist realistisch, was nicht – im „Nachhaltigkeitsland“ Deutschland?

Das wurde beim direkten Meinungsaustausch, beim Netzwerken und durch die Beiträge im Plenum der Jahreskonferenz diskutiert. Die Rede der Bundeskanzlerin dazu:  https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2017/05/2017-05-29-rede-bk-nachhaltige-entwicklung.html

Zur Info: Im Mittelpunkt der 17. Jahrestagung des von der Bundesregierung eingesetzten Rates für Nachhaltige Entwicklung steht die Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.

Grundlage bildet die Agenda 2030, welche die Vereinten Nationen beschlossen haben.

17 Ziele sollen zum Wohle aller, auch künftiger Generationen, nachhaltig ausgerichtet werden: von Armutsbekämpfung über Produktion und Konsum bis hin zu Frieden und Gerechtigkeit.

Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (Mi.) kam mit Natalie Lupp (li.) und Stefanie Grube vom Center for Sustainable Governance nach den Impulsvorträgen im Plenum ins Gespräch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Im Herbst 2015 hat die internationale Staatengemeinschaft die Agenda 2030 verabschiedet.- Bis 2030 sind es inzwischen weit weniger als 5.000 Tage.“

Austausch mit der Bundesministerin Barbara Hendricks.

Rund 1.000 geladene Gäste kamen zum Netzwerken und Meinungsaustausch ins Berliner Congress Center am Alexanderplatz.