Aktuelles an der FHM

In großen Schritten Richtung Digitalisierung: Erste Tagung am FHM-Standort Berlin zum Thema „Berufsbildung 4.0“

Thiemo Fojkar, Ass. jur. Peter Gödde, Elke Hannack, Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser und Professor Dr. Richard Merk.

05.05.2017

77 Gäste folgten am Mittwoch, den 03. Mai 2017 der Einladung der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und besuchten die Tagung „Berufsbildung 4.0 – Strategien, Beispiele, Befunde und Perspektiven“ in Kooperation mit dem Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) und dem Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V. am neuen FHM-Standort in Berlin.

In den gerade frisch renovierten Räumen des Standortes diskutierten Referenten und Gäste über die Möglichkeiten der Digitalisierung im Bereich der beruflichen Bildung.

Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer der FHM, Prof. Dr. habil. Richard Merk, in der er den hohen Stellenwert der Digitalisierung betonte, übernahm Ass. jur. Peter Gödde (Vorstandsvorsitzender Stiftung Bildung & Handwerk (SBH)) die Moderation der Tagung und führte die Gäste durch die Vorträge und Diskussionen.

Der Vorsitzende des Bundesverbands der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V., Thiemo Fojkar, eröffnete die Vortragsrunde mit einer Einordnung der Digitalisierung der deutschen beruflichen Bildung innerhalb der europäischen Dimensionen. Daraufhin gelang es Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP), den Bogen zum Kontext Berufsschule und Digitalisierung zu spannen, in dem er die Frage beantwortete, inwiefern junge Menschen auf die Arbeitswelt 4.0 vorbereitet werden können.

Auch Prof. Dr. Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), konzentrierte sich in seinem Referat auf die Zukunft der Arbeitswelt: Anhand von fünf Thesen erläuterte Prof. Dr. Esser die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die daraus entstehenden Konsequenzen auf Lernumgebungen sowie überbetriebliche Ausbildungszentren und Ausbildungsgestaltungen.
Aus der Perspektive des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gelang es der stellvertretenden Vorsitzenden Elke Hannack ebenfalls Herausforderungen und Chancen der Thematik herauszustellen. Als Instrumente zur Messung der Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen stellten Prof. Dr. Volker Wittberg, Prorektor der FHM für Forschung und Entwicklung und Prof. Dr. Tim Brüggemann, Leiter des FHM-Instituts für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung (IWK), den KMU-Digitalisierungsindex und den Digitalisierungsindex berufliche Bildung vor.

Nach einem gemeinsamen Mittagssnack wurde den Teilnehmer/innen der Tagung die Möglichkeit geboten, sich in verschiedenen Impulsrunden ein Bild von gelungenen Praxisbeispielen zu machen. So stellten Manuel Epker und Johannes Lüchow (Dicademy) Möglichkeiten von Schulungskonzepte vor, die dem digitalen Wandel gerecht werden und dabei für Jedermann zu bedienen sind. Außerdem wurde den Gästen ermöglicht, die Ergebnisse des live Graphic Recordings von Frau Hannah Nievelstein zu begutachten, die sämtliche Inhalte des Tages visuell festhielt. Mithilfe von 3-D-Brillen konnten die Werke bis ins kleinste Detail angesehen und auf dem Tablet in Position und Größe verändert werden. Frau Dr. Julia Behrens (Bertelsmann Stiftung) stellte den Status Quo und Entwicklungspotentiale der digitalen Bildungsrevolution vor und Frau Katrin Witte, Vorstand Institut für Berufliche Bildung (IBB), führte die Teilnehmer/innen in den Gebrauch der virtuellen Onlineakademie VIONA ein.

Nach einem abschließenden Fazit in großer Runde waren sich Ass. jur. Gödde und die Referenten der Impulsrunden einig: Am Ende des Tages blieben in den Köpfen der Teilnehmer/innen eventuell mehr Fragen zurück als noch vor der Tagung – doch können diese Fragen nun zu einem Umdenken im eigenen Handeln führen und die berufliche Bildung tatsächlich revolutionieren.