Aktuelles an der FHM

Trotz des Einsatzes leistungsfähiger Cash Management-Systeme im Mittelstand werden nicht alle technischen Möglichkeiten genutzt

05.04.2017

Trotz des Einsatzes leistungsfähiger Cash Management-Systeme im Mittelstand werden nicht alle technischen Möglichkeiten genutzt

  • Zweite Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) zur Liquiditätssteuerung in mittelständischen Unternehmen
  • Im Vergleich zum Jahre 2015 sind heute mehr Cash Management- Systeme im Einsatz, die zudem deutlich leistungsstärker sind. Jedoch konnten sich noch nicht alle technischen Möglichkeiten durchsetzen.
  • 70% der Befragten erwarten, dass die Digitalisierung zu einem weiteren Ausbau ihres Cash Managements-Systems führen wird.

Aufgrund gestiegener Anforderung im Finanz- und Liquiditätsmanagement hat der Verbreitungs- und Professionalisierungsgrad professioneller Cash Management-Systeme weiter zugenommen. Dies legt die zweite Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) offen, in der 109 Finanzverantwortliche in mittelständischen Unternehmen befragt wurden. Während 2015 nur 36 Prozent über eine leistungsstarke Software zur Optimierung von Zahlungsströmen verfügten, sind es aktuell bereits 40 %. Dabei bauen 61% der Befragten auf Angebote von Banken und 34% auf Angebote von Softwarehäusern. Nur noch 5% der Befragten setzen auf Eigenentwicklungen, in 2015 waren dies noch 22%.

Insbesondere die Zunahme der Leistungsfähigkeit der Systeme ist beeindruckend. Im Vergleich zur Studie aus dem Jahre 2015 werden mit Hilfe eines Cash Managements-Systems heute sowohl mehr Betriebe als auch Bankverbindungen gesteuert: Während 2015 im Durchschnitt etwa rund 5 Kontoverbindungen verwaltet wurden, sind es 2017 durchschnittlich fast 8 Kontoverbindungen (davon zwei im Ausland). Gleichfalls steigt die Breite der Anwendungsmöglichkeiten: So unterstützt die Hälfte der Systeme das Controlling durch Auswertungsberichte für Geschäftsführung und Banken. 26% der Systeme unterstützen die Erstellung von E-Rechnungen. Die gleiche Prozentzahl ermöglicht die konzerninterne Zinsverrechnung. Trotz des zugenommenen Leistungsumfangs besteht jedoch weiterhin „Luft nach oben“. So kommt eine Analyse des Zins- und Devisenportfolios zur Risikosteuerung und Absicherung im Rahmen des Cash Management-Systems nur in 9% der Unternehmen zur Anwendung. Auch in der Avalverwaltung und im dokumentären Außenhandelsgeschäft kommen Cash Management-Lösungen bisher nur wenig zum Einsatz. „Moderne Cash Management-Systeme erleichtern die Steuerung der Finanzströme und reduzieren die Transaktionskosten. Die Effizienz dieser Systeme steigt mit deren Nutzungsbreite. Insofern bleibt zu hoffen, dass der Professionalisierungsgrad weiter voranschreitet - vor allem gerade auch in Zeiten von cyber-crime.“ so Frank-Oliver Wolf, Leiter Vertrieb Deutschland Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft der Commerzbank.

Die Antworten der Befragten zu den Auswirkungen der Digitalisierung stimmen zuversichtlich, dass es genau dazu kommen wird: 69% der Befragten gehen davon aus, dass die Digitalisierung zum Ausbau ihres Cash Management-Systems führen wird. Im Vergleich dazu sehen nur rund 28% der Befragten, dass das Cash Management-System selbständige Dispositionsentscheidungen treffen wird. „Die Studie zeigt deutlich, dass der Mittelstand sowohl gegenüber Cash Management-Systemen als auch der Digitalisierung aufgeschlossen ist. Er will jedoch weiterhin selber entscheiden, wann und an wen überwiesen wird“, so der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Dr. Volker Wittberg. Die Umfrage der FHM wurde vom 25. Januar 2017 bis zum 13. Februar 2017 durchgeführt.